Final Fantasy: Mystic Quest (Legend)

Cover von Final Fantasy: Mystic Quest (Legend)

Review

 

Das Spiel

1992 erschien ein Spin-Off-Titel der Final Fantasy Reihe, unter dem fragwürdigen Namen Final Fantasy USA: Mystic Quest für das Super Famicom. Im selben Jahr folgten die US-Version, unter dem Titel Final Fantasy Mystic Quest und die PAL-Version. Sie kam unter dem Namen Mystic Quest Legend heraus, vermutlich sollten die Spieler nicht durch das Final Fantasy im Namen verwirrt werden, denn bisher hatte es Nintendo prima hinbekommen, die Europäer vor der schrecklichen Final Fantasy Reihe zu bewahren.

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Fazit

Mystic Quest Legend gehört zweifellos zu den schwächsten Produkten Squares, da es auf kaum einem Gebiet überzeugen kann: Die Grafik wartet mit zu kleinen Charaktersprites auf, im Kampfbildschirm wiederholen sich die Gegnertypen oft (auch wenn es eine nette Idee war, ihr Aussehen nach dem Stand ihrer HP zu verändern). Das Kampfsystem ist extrem simpel konzipiert, mit maximal zwei Partymitgliedern (der Held Benjamin und ein öfter wechselnder Mitkämpfer, der auch vom Computer gesteuert werden kann) zieht man durch die Dungeons und trifft dort auf Monster, die man immer sehen kann, und die niemals von ihrem Platz weichen. Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, man hat die Wahl, mit einer der während des Kampfes austauschbaren Waffen anzugreifen, einen Zauberspruch anzuwenden, eines der vier im Kampf einsetzbaren Items anzuwenden oder sich zu verteidigen. Bis auf die schnell langweilig werdenden Kämpfe gibt es in den Dungeons neben ein paar simplen Schalter- und Verschiebungsrätsel wenig zu tun.

Einen Schwierigkeitsgrad sucht man vergeblich, die Kämpfe sind alle sehr einfach, und sollte man doch sterben, kann man es nach dem Kampf einfach nochmal versuchen - und das so oft man möchte. Wenn es in einem Kampf zu brenzlig wird, kann man auch einfach flüchten, klappt ziemlich oft, selbst bei Endgegnern. Dazu kann man noch jederzeit speichern. Die Spielzeit beträgt ungefähr nur ein Dutzend Stunden.

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Die Story ist Square's Simpelste und kann nicht einmal mit der von Final Fantasy 1 mithalten. Es geht darum, dass ein Haufen starker Krieger die vier magischen Kristalle aus den Händen von gemeinen Dämonen retten, und die Städte dadurch von Naturkatastrophen befreien. Sind alle Kristalle beschafft, muss nur noch ein Schiff samt Kapitän beschafft werden, und auf geht es zur Dämonenfestung, wo der König der Dämonen schon darauf wartet, niedergemetzelt zu werden (und um das zu erleben, musste ich 10 Stunden meiner kostbaren Jugend opfern...).

Einzig positiv fällt der Sound auf, besonders die Battle Themes und die Musik im letzten Dungeon und Endkampf sind ziemlich cool, allerdings nun auch nichts, was das Spiel vor dem Zerriss bewahren könnte. Erwähnenswert ist vieleicht noch die Weltkarte, auf der man vorgegebene Pfade hat. Über die Karte verteilt sind spezielle Schlachtfelder, auf denen einen 10 Kämpfe erwarten. Hat man die überstanden, winkt ein Item oder ein Batzen Goldstücke.

Das Spiel war mit seiner simplen Handlung, und dem stark vereinfachten Spielsystem eigentlich als eine Art Tutorial für jüngere Spieler und RPG-Laien gedacht. Dennoch ist das Modul recht überflüssig, auch mit weitaus besseren RPG-verwandten Spielen wie Zelda, oder Secret of Mana konnte man sich schnell mit RPG-Elementen anfreunden, und Mystic Quest Legend als vollwertiges RPG anzusehen wäre den anderen RPGs gegenüber einfach nicht fair ^_^. So kann man Mystic Quest Legend höchstens zur Belustigung, Selbstbestrafung oder in Notfällen auch als Nahrungsration verwenden, irgendeine Form von Spielspaß ist auf diesem Modul nicht vorhanden.