Star Ocean 4: The Last Hope

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Review

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Das Spiel

Mit fast einem Jahr Verspätung erscheint nun auch das epische Weltraumabenteuer von tri-Ace und Square Enix auf der PlayStation 3. Die neu überarbeitete Version bringt einige Verbesserungen und Erweiterungen mit sich, doch reichen die exklusiven Inhalte aus, um eine Konkurrenz für Final Fantasy und Co. zu sein?

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Die Story

Wir schreiben das Jahr 2064, in welchem Innovationen und hochmoderne Techniken das Leben der Menscheit bestimmen. Aufgrund der Eskalation einer schweren Auseinandersetzung über Weltraumentwicklungsrechte zwischen der World Republic Federation und einer Allianz opponierender Nationen kommt es zu einem nuklearen Konflikt, welcher als dritter Weltkrieg in die Geschichte einging.

Obwohl der Krieg nur weniger als ein Jahre dauerte, wurde das empfindliche Ökosystem der Erde so massiv beschädigt, dass die restliche Menscheit kurz vor dem Aussterben stand. Mit dem Gedanken die Welt in Zukunft mit Frieden zu vereinen und gemeinsam um das Überleben zu kämpfen, wird ein weltweiter Friedensbund eingegangen und die Greater United Nations gegründet. Dessen Ziel ist es, eine neue bewohnbare Heimat in den Tiefen des Weltalls zu finden.

Für die Umsetzung dieses Vorhabens wurde die Univeral Science and Technology Administration (USTA) gegründet. Nach Jahren der Forschung und Entwicklung stellte die USTA die Space Reconnaissance Force (SRF) vor, eine Eliteeinheit von Galaxiepionieren, deren Autrag es ist, eine Heimat auf anderen Sternen zu finden.

Heute, im Jahr 2087, begleiten wir Kapitänsanwärter Edge Maverick und sein Team auf ihrer unbekannten und spannenden Reise durch die unendlichen Weiten des großen Weltalls. 
Ihr werdet hierbei exotische und fremde Welten entdecken, wie zum Beispiel den Planeten Lemuris, ein Planet von geringer Größe und extrem niedrigem technologischen Fortschritt, ebenso den künstlichen Planeten En II, welcher ein vollständig natürliches Ökosystem besitzt und die Heimat der sogenannten Morphus ist.
Hier wird deutlich, dass ihr verschiedene Rassen kennenlernt, welche eigene Fähigkeiten besitzen und eigene, teils ganz besondere kulturelle Hintergründe haben.

Wie ihr seht, ist die Story somit aus klar strukturierten Ereignissen aufgebaut, gut durchdacht und schafft es, den Spieler über mindestens 40 Stunden zu fesseln. Dank der massig optionalen Nebenquests lässt sich die Spielzeit sogar verdoppeln.

Genreuntypisch wird die Story nicht in Texteinblendungen dargestellt, stattdessen werden alle storyrelevanten Sequenzen in Videoformat präsentiert. Diese dauern selten weniger als zehn Minuten, in Extremfällen beträgt die Laufzeit sogar über dreißig Minuten!
Einige Spieler werden dadurch ihren Spielfluss gestört sehen, andere werden die gut inszenierten Sequenzen genießen und dem Spielspass nicht beeinflusst sehen. Dieses Stilmittel ist somit reine Geschmackssache. Dank der exklusiv auf der PlayStation 3 wählbaren japanischen Originalsprachausgabe entfällt auch das Ärgernis der zum Teil unspektakulären englischen Sprecher. 
Hier muss jedoch erwähnt werden, dass diese Sequenzen nicht pausiert werden können. Wer nichts verpassen möchte, muss zum Beispiel im Unglücksfall seinen biologischen Bedürfnissen entsagen.

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Gameplay

Das schnelle und actionreiche Kampfsystem ist wie bei sämtlichen Star Ocean-Teilen in Echtzeit gehalten und der wohl größte Pluspunkt. Sobald sich das Team einem Monster, welche teilweise gigantische Größen erreichen können, nähert, wird das Geschehen in den Kampfmodus versetzt. Serientypisch befindet man sich nun ein einem eigenen Kampffeld, in welchem man zwischen den einzelnen Charakteren wechseln kann. Ihr steuert hierbei jedoch nur einen Charakter, die anderen werden per Computer gesteuert. Die KI handelt nach eigenem Ermessen, wobei verschiedene Verhaltensmuster selber bestimmt werden können. Die Kampfstile (BEAT genannt) lassen sich in drei verschiedene Kategorien einteilen, „aggressiv”, „unverändert”, „verteidigen”. Diese bieten unterschiedliche Statusveränderungen und weitere Extras für den Kampf. Die Fähigkeiten der Charaktere sind ebenso in „ranged” und „close quarter” eingeteilt, somit wird der Abstand zum Monster gehalten und Raum für viele taktische Möglichkeiten geschaffen.
Eine weitere Neuheit ist das „Blindside”-Manöver, mit welchem ihr euren Gegnern in den sogenannten „toten Winkel” ausweicht und dort manuell einstellbare Spezialangriffe auf diese loslasst. Diese Manöver sind häufig sehr hilfreich und auch notwendig, denn durch die Benutzung füllt sich die Benousleiste. Je nach Höhe dieser Leiste erhaltet ihr zusätzliche Erfahrungspunkte, die ihr auf verschiedene Einzelfähigkeiten verteilen könnt. Dank eines manuellen Zielsystem der PS 3-Version ist dezidierteres Vorgehen möglich.
Nach jedem Kampf erhaltet ihr genretypisch Erfahrungspunkte, welche ihr zur Verbesserung eurer Fähigkeiten nutzt. Diverse Fähigkeiten können ebenso in Shops erworben werden.

Die Private Actions, Zwischensequenzen, die der Spieler während des Aufenthaltes im Raumschiff bei den Charaktereren freischalten kann, steigern die Zuneigung der Charaktere zu Edge, beeinflussen das Kampfverhalten und können unter Umständen sogar die Endsequenz beeinflussen.

Die Bonustafel ist ebenfalls auch wieder vorhanden. So werden besondere Aktionen (wie zum Beispiel ein Todesstoß) im Kampf mit einem Fragment für die Bonus-Tafel belohnt. Es gibt verschiedene Fragmente, die verschiedene Eigenschaften besitzen. Je mehr Fragmente ihr besitzt, umso größer ist im Kampf der Vorteil.

Neben dem Echtzeitkampfsystem ist auch das komplexe System der Item Creation erwähnenswert. Damit lassen sich bestimmte Gegenstände durch Rezepte nachbauen. Hier eine kleine Verdeutlichung:
Diese sogenannten Feldkentnisse wie Kochen, Schmieden usw. sind Talente der Charaktere, wobei jeder nur ein einziges Talent besitzt. Diese Talente können mit Erfahrungspunkten gefördert werden und dann in der Calnus umgesetzt werden. So setzt man seine Truppe aus verschiedenen Leuten zusammen, damit diese etwas erfinden können. Die Qualität und Quantität der Ideen hängen von den Fähigkeiten der Charaktere ab. Selbstverständlich müssen die Zutaten vorher noch gesammelt, gekauft oder im Kampf gewonnen werden. 
Diese Feldkentnisse können jedoch auch auf der Karte verwendet werden. So besitzt zum Beispiel Reimi das Talent „Ernten”, welches sie an verschiedenen Stellen verwenden kann, um Items zu finden. Sämtliche Charaktere besitzen somit individuelle Fähigkeiten.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass das Kampfsystem wieder ein Volltreffer geworden ist. Es überzeugt durch die angenehme Schnelligkeit, die abwechslungs- und actionreichen Kämpfe und das interessante, tiefgründige Levelsystem. Die diversen Kampftaktiken und die Itemvielfalt mit den dazugehörigen Item Creator fördern die Motivation ungemein.

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Grafik & Musik

Der besondere Grafikstil ist typisch für die Star Ocean Serie und findet auch hier wieder seinen Platz. Grafisch wird hohes Niveau geboten, besonders die Lichteffekte der Umgebung und das Charakterdesign im Animestil sind Vorzeigemittel. Da sich die Umgebungen der Planeten sehr voneinander differenzieren, wird grafisch jede Menge Vielfalt und Abwechslung geboten. Der bombastischen Inzenierung von Final Fantasy XIII ist Star Ocean The Last Hope jedoch nicht gewachsen.
Dennoch weiß der eigene Grafikstil sichtlich zu überzeugen. Der Grafikstil des Menüs darf je nach Geschmack in der internationalen Spielversion zudem frei nach eurer Wahl, sei es „klassisch” (japanische Version) oder „modern” (westliche Version), gewählt werden.
Die japanische Version glänzt mit hellen, prallen Farben und Anime Artworks der Charaktere. Die westliche Version wirkt deutlich dezenter und überzeugt auch mit einem CG-Artwork der Charaktere.
Wie bereits erwähnt, lässt sich die Sprachausgabe frei nach Belieben auf japanisch oder englisch umschalten. Der Spielesoundtrack ist typisch Motoi Sakuraba, progressive Rockmusik gemischt mit klassichen und synthetischen Elementen.

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Trailer

 

Fazit

Als Fazit lässt sich zunächst sagen, dass X-Box 360-Besitzer in keinster Weise neidisch sein müssen, denn die kleinen Neuheiten tragen nur unwesentlich zum Spielerlebnis bei. PlayStation 3-Besitzer genießen jedoch zunächst den Vorteil, dass sich das Spiel auf einer Blu-ray Disc befindet und somit ein Disc-Wechsel während des Spielens nicht mehr erforderlich ist.

Der Umfang darf sich ebenfalls sehen lassen. Neben der ca. 40-stündigen Hauptspielzeit gibt es noch zahllose Nebenaufgaben wie Hoppler-Rennen, diverse Botengänge und Arenakämpfe, die die Spielzeit sogar verdoppeln und dank der massig und sehr umfangreichen Extra-Dungeons wird ein hoher Wiederspielwert geboten. 
Ihr seht, auch nach der Hauptstory liegt noch reichlich Arbeit vor euch.

Bei so vielen Verbesserungen fragt man sich natürlich, warum nicht alle Mängel beseitigt worden sind. 
Das Speichermanagment ist leider sehr frustrierend, denn die Speicherpunkte liegen sehr weit voneinander entfernt. Dieses wird besonders nach stundenlangem „Dungeon-Gecrawle” zum Problem. Denn wer beißt schon gerne nach langer Schatzsuche und packenden Kämpfen gerne ins Gras und freut sich dann darüber, dass er sämtliche Vorgänge wiederholen darf?
Das Gegnerdesign sieht zwar sehr ansprechend aus, jedoch mangelt es später an verschiedenen, abwechslungsreicheren Gegnerarten. Desweiteren lassen sich - wie erwähnt - die Zwischensequenzen nicht pausieren, welches in der heutigen Zeit ein wichtiges und spielerfreundliches Detail ist.

Die interessante Story mit den spannenden, oft leider etwas zu lang geratenen Zwischensequenzen, das impulsive, spannende Kampfsystem und der große Umfang mit hohem Wiederspielwert machen Star Ocean The Last Hope zu einem kurzweiligen Spieleerlebnis und verschmerzen die kleinen Mängel.
Wer sich jedoch auf klassiche RPG-Formeln beruft und eher an einer bombastischen Inzenierung interessiert ist, wird sein Glück in Final Fantasy XIII finden. Wer auf innovative Gameplay-Neuerungen hofft, wird mit Resonance of Fate glücklich.
Star Ocean The Last Hope bietet einen guten Kompromiss, ist ein schöner Ableger der Serie und durchaus eine Kaufempfehlung wert!