Final Fantasy III

Cover von Final Fantasy III

Review

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Licht und Finsternis.
In ihrem Gleichgewicht gedeiht die Welt.

Einst versuchten die Menschen, die Macht des Lichts zu kontrollieren...
und brachten die Welt an den Rand der Zerstörung...
bis vier Krieger erschienen und den Frieden brachten.

Einem bösen Omen gleich sucht ein Erdbeben das Land Asgard heim.

Zur selben Zeit finden vier Waisenkinder, die von Topaz, dem Priester des Windes, aufgezogen wurden, eine alte Höhle...

Und so beginnt es...

 

Das Spiel

Der dritte Teil der Final-Fantasy-Serie und der erste mit einem Jobsystem.

Darüber hinaus der einzige, der bis heute in seiner ursprünglichen Form niemals offiziell außerhalb Japans erschienen ist (auch nicht als Portierung auf andere Systeme). Zwar gibt es ein auch im Westen veröffentlichtes Remake für den Nintendo DS, dieses hat aber im Vergleich zum Original viele Änderungen erfahren. Ein Review zu dieser Version kann hier gefunden werden.

Zudem sollte dieses Spiel nicht mit dem für das SNES erschienenen Spiel Final Fantasy VI, das in Amerika ursprünglich unter dem Titel Final Fantasy III veröffentlicht wurde, verwechselt werden. Informationen zu diesem Spiel sind hier zu finden.

Dieses Review beruht auf der inoffiziellen deutschen Übersetzung von Phoenix Down.

Screenshot 1

 

Die Story

Als vier Waisenkinder eine Höhle erkunden, gibt es plötzlich ein Erdbeben, und die Kinder fallen in ein Loch. Auf der Suche nach einem Ausgang stoßen die vier schließlich auf den Windkristall, einen der vier legendären Kristalle des Lichts. Der Kristall überträgt seine letzten Kräfte auf die neuernannten Lichtkrieger und schickt sie aus, eine nicht näher beschriebene Bedrohung aufzuhalten.
Im Folgenden ziehen die Lichtkrieger los, um ihr Schicksal zu erfüllen. Nachdem sie den Feuerkristall gefunden und nebenbei einige andere Probleme gelöst haben, verlassen sie schließlich ihre Heimat, den fliegenden Kontinent.
In der "Hauptwelt" angekommen stellen sie fest, dass diese fast vollständig im Meer versunken ist. Durch die Macht des Wasserkristalls schaffen es die Lichtkrieger, das Land (und die Menschen) wieder zum Vorschein zu bringen. Einige weitere Abenteuer später erfahren sie schließlich, dass der Magier Zande hinter den ganzen Vorkommnissen steckt und ziehen aus, ihm das Handwerk zu legen.

Das ist im Großen und Ganzen die Geschichte, die sich auch mit "Finde die vier Kristalle und bekämpfe den bösen Obermotz" zusammenfassen ließe und damit nicht wesentlich komplexer ausfällt, als die des ersten Final Fantasy Teils. Die Lichtkrieger sind auch keine wirklichen Handlungsträger. Wenn sie überhaupt mal sprechen, werden nur selten ihre Namen genannt, die Helden sind austauschbare Spieleravatare.
Auch wenn die Handlung in nette Einzelepisoden, wie etwa das Besiegen eines Dämons, der Menschen in Geister verwandelt, unterteilt ist, bleibt festzuhalten, dass die Story nicht die große Stärke von Final Fantasy III ist.

Screenshot 2 Screenshot 3

 

Gameplay

Final Fantasy III war der (vorerst) letzte Teil, der ein komplett rundenbasiertes Kampfsystem verwendete, bevor ab Teil IV dann das ATB zum Standardkampfsystem für die Serie werden sollte.

Während die Bedienung den beiden Vorgängern ähnelt, sind einige Komfortfunktionen hinzugekommen, die das Gameplay teilweise deutlich angenehmer machen. So greifen beispielsweise die Charaktere jetzt selbstständig einen anderen Gegner an, wenn derjenige, der ihnen zugewiesen wurde, bereits besiegt wurde, oder bei Händlern wird bereits im Handelsfenster angezeigt, welche Charaktere einen bestimmten Ausrüstungsgegenstand anlegen können. Auch die Aufteilung in vordere und hintere Reihe (mehr bzw. weniger ausgeteilter und erlittener physischer Schaden) feierte hier ihren Serieneinstand.

Was das Gameplay von FF III aber am deutlichsten von seinen Vorgängern unterscheidet, ist die Einführung des Jobsystems, das eine Mischung aus den vorgegebenen Klassen von FF I und dem Lernen durch Benutzen Prinzip aus FF II darstellt. Während man das Spiel mit vier gleichen Charakteren ohne besondere Fähigkeiten beginnt, erhält man mit dem Erreichen des Windkristalls Zugriff auf fünf zusätzliche Berufe. Diese Zahl erhöht sich durch das Finden der restlichen Kristalle, bis man am Ende Zugriff auf insgesamt 22 verschiedene Berufe hat.Die Palette reicht dabei von klassischen Kämpfern und Schwarz- und Weißmagiern bis hin zu (für damalige Verhältnisse) exotischen Klassen wie dem Geomanten, der abhängig von dem Terrain, in dem er sich befindet, bestimmte Fähigkeiten einsetzen kann, oder dem Dragoon, der für eine Runde aus dem Kampf springen kann, um danach mit einer besonders starken Attacke anzugreifen. Dass nicht alle Berufe dabei gleich nützlich sind, war aufgrund des Systems kaum zu vermeiden, aber dennoch gibt es fast keine Klasse, die nicht zumindest zeitweise eine Existenzberechtigung hat.

Das Spiel legt einem beim Benutzen dieses Systems wenig Steine in den Weg. So ist es außerhalb von Kämpfen jederzeit möglich, den Beruf eines Charakters zu wechseln. Auch bei der Berufswahl ist man nicht eingeschränkt. Eine Gruppe aus vier Schwarzmagiern ist ebenso möglich wie eine Mischung aus Nahkämpfern und Magiern, wenn sich auch natürlich einige Kombinationen leichter spielen als andere.
Als Motivation, seine Truppe trotzdem nicht nach jedem Kampf komplett umzustellen, haben die Entwickler das sogenannte Joblevel (oder auch Rang) eingebaut: Hierbei handelt es sich um einen Wert, der unabhängig vom Charakterlevel steigt (am schnellsten durch klassenspezifische Aktionen) und für jeden Beruf und Charakter einzeln festgelegt wird, (z.B. kann ein Charakter gleichzeitig Schwarzmagier auf Rang 10, Kämpfer auf Rang 7 und Weißmagier auf Rang 1 haben, während bei einem anderer Charakter alle auf Rang 5 sind). Mit steigendem Rang gibt es dann gewisse Boni, die bei der Benutzung einer anderen Klasse dann eben fehlen.

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels liegt nach heutigen Gesichtspunkten recht hoch, was allerdings hauptsächlich an der allgemeinen Stärke der Monster liegt, und durch einfaches Aufleveln ausgehebelt werden kann. Die Chance, durch das Jobsystem eine stärkere taktische Komponente in das Spiel einzubringen, wurde leider nur an wenigen Stellen genutzt.

Screenshot 4 Screenshot 5

 

Fazit

Wollte man Final Fantasy III möglichst knapp beschreiben, so wäre dies wohl "Gameplay hui, Story pfui". Während jedes Mal Freude aufkommt, wenn man einen neuen Kristall erreicht, weil man wieder ein paar neue Berufe ausprobieren kann, ist die Story eher etwas, das im Hintergrund abläuft, und den Spieler nur bedingt zum Weiterspielen motiviert.
Dessen ungeachtet stellt das Spiel einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Final Fantasy Reihe dar, in dem viele bekannte Serienelemente (z.B. Mogrys, Beschwörungen, viele der bekannten Klassen) ihren ersten Auftritt hatten, und auf das man daher als Fan der Reihe zumindest mal einen Blick geworfen haben sollte.