The Legend of Zelda: Oracle of Ages/ Oracle of Seasons

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Review

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Held, nimm dein Schicksal an!

 

Die Spiele

Die beiden Gameboy Color-Spiele (ursprünglich sollten es sogar drei werden), die gemeinsam den siebten offiziellen Teil der Zelda-Reihe bilden. 
Gemäß der offiziellen Zelda-Chronologie finden die beiden Spiele zwischen "A Link to the Past" und "Link's Awakening" in der Zeitlinie statt, in der es Link nicht gelungen ist, Ganon am Ende von "Ocarina of Time" aufzuhalten.

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Die Story

Beide Oracle-Spiele beginnen gleich: Link wird vom Triforce gerufen, und daraufhin in ein anderes Land geschickt. 
In Oracle of Ages (OoA) ist dies Labrynna. Kurz nach Links Ankunft dort taucht die Zauberin Veran auf und bemächtigt sich des Körpers der Sängerin Nayru, des Orakels der Zeit. Daraufhin reist sie 400 Jahre in die Vergangenheit, hält dort die Zeit an und bringt Königin Ambi dazu, einen gewaltigen Turm zu errichten. 
In Oracle of Seasons (OoS) hingegen landet Link im Land Holodrum bei einer fahrenden Truppe. Doch bereits nach kurzer Zeit taucht General Onox auf, entführt die Tänzerin Din, das Orakel der Jahreszeiten, und versenkt den Tempel der Jahreszeiten. Dadurch geraten die Jahreszeiten in ganz Holodrum durcheinander. 
In beiden Spielen macht sich Link daraufhin auf, um die Mädchen zu retten. 
In einem verlinkten Spiel (siehe dazu den Abschnitt Gameplay) bleibt die Grundstory die gleiche, allerdings trifft man einige Charaktere aus dem anderen Spiel wieder, die sich an Link erinnern. Zudem erfährt man, wer wirklich hinter Verans und Onox' Taten steckt, und was derjenige damit beabsichtigt, was beim normalen Durchspielen im Dunkel bleibt.

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Gameplay

Die beiden Oracle-Teile sind typische Zelda-Spiele: Man erkundet die Oberwelt, erreicht einen Dungeoneingang, findet neue Ausrüstung, besiegt den Endgegner und setzt seine Reise dann fort. Die Erkundung besteht dabei aus einer Mischung aus Echtzeitkämpfen und (insbesondere in den Dungeons) Rätseln, wobei für beides der geschickte Einsatz von Links Ausrüstung und Fähigkeiten nötig ist. Aufgelockert wird dies durch zahlreiche Minispiele, die man immer wieder finden kann. 
Neben bereits aus anderen Zelda-Teilen bekannten Items, wie etwa dem Kraftarmband, um schwere Gegenstände zu heben, oder Bomben, gibt es auch eine Reihe neuer Gegenstände, wie etwa die Magnethandschuhe, mit denen Link entfernte Gegenstände zu sich heranziehen (bzw. sich selbst zu dem Gegenstand hinziehen) kann, oder den Nixenanzug, mit dem er sich frei im Meer bewegen kann. 
Zudem hat jedes der beiden Spiele einen besonderen Gegenstand, der mit dem Thema des Spiels im Zusammenhang steht. 
In OoA handelt es sich dabei um die Harfe der Zeiten, die es Link erlaubt, sich zwischen dem Labrynna der Gegenwart und dem vor 400 Jahren zu bewegen. Dies führt zu einigen Zeitreise-Rätseln, so dass Link z.B. in der Vergangenheit Samen an die richtige Stelle bewegen muss, um 400 Jahre später an derselben Stelle eine Efeuranke vorzufinden, an der er dann eine Felswand erklimmen kann, oder es gibt eine Höhle, die in der Gegenwart eingestürzt ist, aber in der Vergangenheit betreten werden kann. Während Link anfangs noch auf statische Portale angewiesen ist, um die Zeit zu wechseln, erlernt er im Laufe des Spiele neue Lieder für die Harfe, die ihm eine freiere Reise durch die Zeit erlauben. 
In OoS erhält Link stattdessen den Stab der Jahreszeiten. Dieser erlaubt es Link, die Jahreszeiten in Holodrum nach seinem Willen zu verändern. Während die Gegend immer dieselbe bleibt, hat die Jahreszeit großen Einfluss auf Links Möglichkeiten, sich durch die Landschaft zu bewegen. So sprießen z.B. im Frühling Blumen, die Link benutzen kann, um sich von ihnen durch die Gegend schleudern zu lassen, oder im Winter frieren Gewässer zu, so dass Link sie einfach überqueren kann. Allerdings lernt Link erst nach und nach, die einzelnen Jahreszeiten heraufzubeschwören, anfangs ist er noch stark eingeschränkt. 
Zusätzlich zu den bereits aus anderen Teilen bekannten Herzteilen, warten die Oracle-Spiele noch mit einem weiteren Gegenstand auf, um den Erkundungsdrang zu wecken: Ringe. Man findet diese praktisch überall in Labrynna und Holodrum. Insgesamt gibt es 64 verschiedene Ringe, die über unterschiedliche Eigenschaften verfügen. Diese reichen von nutzlos (z.B. ein Ring, der bestätigt, dass man 100 Ringe untersuchen lassen hat), über unterhaltsam (z.B. Ringe, die einen in bestimmte Monster verwandeln) bis hin zu mächtigen Ringen, die etwa Links Waffen verstärken oder ihm einen Spezialangriff geben. Da Link allerdings immer nur eine bestimmte Menge Ringe bei sich tragen und jeweils nur einen einzigen aktiv benutzen kann, wird verhindert, dass Link durch diese Ringe zu übermächtig wird.

Eine weitere Besonderheit der Oracle-Spiele stellt "Passwort-Spiel" dar. Während beide Teile eigenständige Spiele sind (im Gegensatz zu etwa den beiden Pokemon-Spielen einer Generation, die sich hauptsächlich bei den fangbaren Monstern unterscheiden), entfalten sie erst gemeinsam ihr volles Potential. Hat man eines der beiden Spiele beendet, so erhält man ein Passwort, mittels dessen man das zweite Spiel in einer Art "fortgeschrittenem Modus" beginnen kann. Das Spiel bleibt zwar weitgehend das gleiche (z.B. übernimmt man keine Ausrüstung aus dem anderen Spiel), allerdings hat man einige zusätzliche Optionen. So kann man seine Ringe aus dem anderen Spiel übertragen (einige der Ringe sind sogar nur in einem der Spiele verfügbar), und im Spielverlauf bekommt man einige Passworte, mit denen man verschiedene Extras im (bereits beendeten) ursprünglichen Spiel freischalten kann, und diese dann mittels eines weiteren Passworts wieder in das neue Spiel übernehmen kann. Außerdem gibt es einen zusätzlichen Bonusdungeon sowie ein neues Finale nach dem Ende des "normalen" Spiels.

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Trailer

 

Fazit

Zwei Zeldas für den Gameboy Color, die sich nicht vor ihren Geschwistern auf den großen Konsolen zu verstecken brauchen. Während die Story noch nie einer der stärksten Punkte der Zelda-Reihe war, wird sie zumindest gut herübergebracht. Das Gameplay hingegen setzt auf bekannte Stärken und läuft so flüssig, wie man es von Vertretern der Reihe gewohnt ist. Dass man für die Gesamtstory beide Spiele gespielt haben muss, ist auch nicht weiter kritikwürdig, denn der Umfang der beiden Einzelspiele ist auch so groß genug, dass nicht das Gefühl aufkommt, es im Grunde nur mit einem Spiel verteilt auf zwei Module zu tun zu haben.