Final Fantasy IV

Cover von Final Fantasy IV

DS-Remake

 

  

Seit dem Erscheinen von Final Fantasy IV (im Folgenden FFIV) auf dem Super Famicon im Jahre 1991 verzaubert die Geschichte um Cecil, einem Dunklen Ritter, der von Gewissensbissen geplagt seinem eigenen Königreich den Rücken zukehrt, und Kain, der einen anderen Weg einschlägt, die Herzen der RPG Fangemeinde. Das Spiel, was viele Final Fantasy Liebhaber für einen der besten Teile der Serie halten, kehrte nach bereits 2 Portierungen für die PlayStation sowie den GameBoy Advance Ende 2007 zurück, in Form einer Handheld Portierung für den Nintendo Dual Screen (NDS). Während die Geschichte des Spiels unverändert blieb, beeindruckt das Remake durch eine komplett neue entworfene 3D-Umgebung, der Anpassung des Soundtracks an die Kapazitäten des NDS, Verbesserungen beim Kampfsystem, beeindruckende neue Szenen im Spiel sowie etliche Minispiele, die es zu entdecken gibt.

Die Augenscheinlichste Verbesserung am Spiel ist das neue Graphikgewand. Alle Charaktere werden nun durch 3D Modelle dargestellt, welche sich sehr detailliert an dem Charakterdesign von Amano anlehnen. In der Spielgraphik wirken die Protagonisten jedoch ein weniger kindlicher als in der anfänglichen Filmsequenz. Städte, Burgen und Landschaften wurden liebevoll in die dritte Dimension gehoben, wobei die normale Ansicht der Areale von oben bleibt. Lediglich in den vielen Zwischensequenzen und den Kämpfen sieht man die Welt von FFIV aus einer leicht anderen Perspektive. Letztere bieten dem Spieler wunderbare animierte Hintergründe, in denen fließendes Wasser, schwebender Nebel oder die scheinbar durch Strahlen der Sonne aufgeheizte Luft dem Kampfgeschehen zusätzlich Dynamik verschaffen. Beeindruckend ist auch der neue Introfilm, welcher leider die einzige Filmsequenz im Spiel darstellt.

Das Kampfsystem ist essentiell das gleiche wie das des Originals: ein als Active-Time-Battle (ATB) betiteltes rundenbasiertes System, das den Kämpfen eine starke Dynamik verleiht und nebenbei beim erstmaligen Erscheinen des Titels anfang der 90er Jahre revolutionär war. Das langatmige Aufleveln wird zusätzlich durch die Option auf ein automatisches Kampfgeschehen erleichtert, bei dem durch Drücken des x-Knopfes alle Charaktere automatisch mit definierbaren Attacken angreifen können, wobei physische Angriffe den Standard bilden. Allerdings wurde, um Gegensatz zum rund ein Jahr vorher erschienenden Remake des Spiels Final Fantasy III für den NDS auf den Einsatz des Stylus und somit auch auf die innovativen Fähigkeiten des Touchscreens während der Kämpfe komplett verzichtet. Wahrend bei FFIII DS das Kampfgeschehen noch im unteren Bildschirm ablief, erblickt man die Heldentruppe nun im oberen Bildschirm, welcher nicht berührungsfähig ist. Optional einsatzfähig ist der Touchscreen lediglich außerhalb der Kämpfe um die Heldentruppe über die Landkarte zu bewegen sowie von Nöten im Rahmen der Minispiele, auf die weiter unten detaillierter eingegangen wird.

Eine der großen Erneuerungen in FFIV DS sind die sogenannten Decent Abilities. Diese Fähigkeiten werden durch das Erhalten von Schlüsselgegenstände erlernt. Jeder Charakter kann diese Fähigkeiten erlernen, jedoch kann jede Fähigkeit nur einmal erlernt werden. Die Decant Abilities erleichtern das Spielgeschehen ein wenig, so können Charaktere automatische Gegenattacken ausführen, Nicht-Magier können zaubern und einige Charakterspezifische Fähigkeiten, und sogar solche, die im Original nur bestimmten Bossen erlaubt waren, können nach Erreichen von bestimmten Punkten in der Geschichte auf andere übertragen werden. Ein weiterer neuer Punkt ist die Belohnung von komplett erforschten unbekannter Gebiete. Ist man auf dem Weg zu einem Bosskampf in einer Höhle und erforscht diese soweit, dass man alles auf der Karte gesehen hat, so wird man mit Gegenständen wie Phoenix Federn, Zelten oder anderen Gimmicks belohnt. Eher unwichtig für das Spielgeschehen, aber dennoch Interessant ist weiterhin die Möglichkeit, die Gedanken eines jeden Mitglieds in der Gruppe durch Aufrufen des Menu-Bildschirms auf der Karte zu sehen.

Der Schwierigkeitsgrad (gerade zu Beginn des Spiels) wurde leicht angehoben, jedoch macht es das Spiel nach kurzer Eingewöhnungszeit so ein wenig herausfordernder. Auch bestimmte Strategien bei Schlüsselkämpfen werden somit unerlässlich. Weiterhin wurde die Option auf ein weiteres Durchspielen mit bestimmten Stati und Gegenständen nach erfolgreichem Abschluss des Spiels hinzugefügt, welches den Wiederspielwert erhöht. Spieler, die das Spiel mehrmals durchspielen, werden zudem mit zwei neuen optionalen Bosskämpfe belohnt.

In FFIV DS sind auch einige Zeit vertreibende Minispiele enthalten, die bei erfolgreichem Meistern, die Stärke einer neuen Beschwörung von Rydia namens Pochika erhöhen können. Mit Hilfe eines speziellen Editors kann man sogar den Gesichtsausdruck des Wesens selber bemalen. Aufgerufen werden diese Minispiele über das Ansprechen eines dicken Chocobo, den man an verschiedenen Stellen im Spiel antrifft und optional auch mit den richtigen Gyhsal-Gegenständen beschwörbar ist.

Die Musik im Spiel wurde verbessert auf ein dem Nintendo Dual Screen angemessenes Level. Bemerkenswert sind hierbei auch die Schlüsselszenen, in denen durch Sprachausgabe die Handlung weitergetrieben wird. Hier muss angemerkt werden, dass die (japanischen) Synchronisationen sehr gut getroffen wurden und dadurch dem Spiel das emotionale Element zu geben, was der Super Famicon (und auch die bisherigen Portierungen) damals nicht vermag. Zusammen mit den detaillierten Charaktermodellen, welche die Protagonisten mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken ausstatten, wird das Spielerlebnis auf ein sehr hohes emotionales Level gehoben und es gelingt, die Geschichte von Cecil und seinen Gefährten noch intensiver zu erzählen.

Persönliches Fazit 

Das Erscheinen von FFVI für den NDS hat in der Fangemeinde verschiedene Reaktionen hervorgerufen. Während einige das Spiel eher als ein schlechtes Remake sehen, welches außer der neuen Grafik und einigen neuen Charakteristiken dem Original wenig zu entgegen zu treten hat, argumentiert die Mehrzahl jedoch, dass die NDS Portierung von FFVI das Spiel nur komplettiert und durch das neue Antlitz auch solchen Spielern den Zugang zu einem der besten (klassischen) Rollenspiele der Super Famicon Ära erleichtern, welche sonst von den 2D Pixeln abgeschreckt werden. In diesem Sinne ist FFVI in seinem neuen Gewand nicht nur eines der besten und umfangreichsten Spiele bis dato (07.2008) für den NDS, sondern auch ein Pflichtkauf für sowohl Fans der Serie als auch Neuentdecker dieser Rollenspiel-Perle.