Tales of Vesperia

Cover von Tales of Vesperia

Review

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Die Geschichte eines Sterns

Früher war „Terca Lumireis” ein wundervoller Ort, an dem die Menschen und Tiere im Einklang und Harmonie mit der Natur lebten. Doch an einem verhängnisvollen Tag geschah etwas, was bis dato als unvorstellbar galt: Die Zeit des Friedens wich, und anstelle der Tiere traten nun fürchterliche Monster ans Tageslicht. In Folge dessen flohen die Menschen nun in Städte zurück, da sie sich nicht mehr sicher fühlten, und suchten dort nach Schutz. Diesen fanden sie in Form von Blastias, mächtige Barrieren die aus „Aer” bestanden, die die Kreaturen fern hielten. Doch diese Ruhe währte nicht lange, denn schnell wurde das Bündnis zwischen dem Königreich und den verschiedenen Gilden schwer zerrüttelt, da es zu Unstimmigkeiten in beiden Lagern kam. Die Gilden warfen dem Königreich vor, nur Adeligen und Reichen ausreichend Schutz zu gewähren, und dadurch das arme Volk benachteiligte. Zahlreiche Verhandlungen scheiterten und so kam es wie es kommen musste: Zum Krieg!

Es können nicht mehr viele davon berichten, wie genau diese Schlacht ausging. Viele Jahre verstrichen und die Geschichte geriet in Vergessenheit, niemand scheint sich mehr großartig darum zu kümmern. Und doch findet man vereinzelt Menschen, die denken, dass die Zeit für eine Veränderung reif ist. Eine dieser Personen ist der junge Yuri, der mit seinem besten Freund Flynn im Armenviertel des Königreichs aufwuchs, und mit ihm gemeinsam den imperialen Truppen beitrat. Doch im Gegensatz zu seinem besten Freund war Yuri schon immer für seine Art bekannt, denn wo es Probleme gab, war er mittendrin, doch an seinen herausragenden Fähigkeiten kamen niemals Zweifel auf. Schnell erkannte Yuri jedoch die Ungerechtigkeit und Korruption am königlichen Hof, und so verließ er wieder die Truppen, um auf eigene Faust für Gerechtigkeit zu sorgen, auch wenn er sich damit gegen das Gesetz stellte. Als eines Tages jedoch die Aqua Blastia im Armenviertel Zaphias, seinem Heimatort, gestohlen wurde, macht sich Yuri auf den Weg, gemeinsam mit seinem Hund und treuen Begleiter Repede, diese wieder zurückzuerobern. Hier beginnt die Geschichte des jungen Helden, eine lange Reise mit zahlreichen Hindernissen, Problemen und Kämpfen, auf der er das wichtigste Gut der Welt findet: Wahre Freunde!

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Zum Anfang eine Portion Grundlagen

In typischer Rollenspiel Manier startet ihr nach einem kurzen Intro in das Abenteuer. Ihr findet euch in der Haut von Yuri wieder, dem Hauptprotagonisten des Spiels. Das Spiel macht euch schnell mit den Grundlagen vertraut. Leute sprecht ihr mit A an, wobei auf Sprachausgabe im Großteil verzichtet wurde. Lediglich während Sequenzen, Gesprächen mit wichtigen Personen im Spiel oder den häufig aufkommen Gruppenkonversationen dürft ihr die Stimmen der Synchronsprecher bewundern. Wer also aufmerksam mithört bzw mitliest sollte kein Problem haben, der Handlung zu folgen oder Geheimnisse abseits des Weges zu entdecken. Früh im Spiel werdet ihr auch mit dem Shop vertraut gemacht, wo man neben dem Kaufen und Verkaufen von Waren auch neue Güter durch Synthese erschaffen kann, benötigt werden dafür nur die notwendigen Materialien.

Die ersten Stunden des Spiels gestalten sich ziemlich linear, um euch die Grundlagen des Spiels nahe zu bringen. Um den gefährlichen Monstern außerhalb der Blastias entgegenzutreten, muss das Kämpfen natürlich gut gelernt sein. Wer schon in den Genuss früherer Tales of Teile gekommen ist, fühlt sich schnell wohl. Die Kämpfe finden wie gehabt in Echtzeit statt, ihr habt genug Freiraum euch zu bewegen, euer Team einzuweisen und natürlich ausreichend Möglichkeiten um anzugreifen. Natürlich lassen sich eure Fähigkeiten im Laufe des Spiels immer weiter ausbauen doch dazu braucht ihr die dazu benötigte Ausrüstung. Das Spiel setzt dem Spieler also keine Grenzen und so kann jeder seinen Helden individuell entfalten.

Seid ihr nun endlich mit den Kampfgrundlagen vertraut, müsst ihr nur noch die Oberflächenkarte kennen lernen, die wie üblich ziemlich sporadisch gehalten wurde. Der Umstand, dass ihr euch nun vogelfrei bewegt ermöglicht euch das leichte Erkennen und Jagen von Monstern und das Finden von Städten und Dörfern.

Des Weiteren könnt ihr nach erfolgreichen Kämpfen mit jedem euerer Charaktere ein Rezept kochen, welche ihr erst nach mehrmaligem Wiederholen erfolgreich beherrscht, und welche euch mitunter zusätzliche Boni für folgende Kämpfe mit auf den Weg geben.

Doch seid unbesorgt, denn typisch für ein Spiel aus dem Tales of Universum könnt ihr abseits des Hauptquests viele verschiedene Nebenquests freischalten, die für viel Abwechslung abseits der Handlung sorgen.

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Als Hauptgang bitte eine große Portion Individualität

Ganz ehrlich, könnte man die Fähigkeiten seines Charakters so einfach ausbauen, würde Tales of Vesperia keine Herausforderung sein, geschweige denn ein anspruchsvolles Rollenspiel. Erst die Vielzahl an verschiedenen Kombinationen von Waffen, Rüstungen und Accessoires machen das Spiel so besonders, denn so ist die individuelle Entfaltung eines jeden Spielers gewährleistet. Die Skills, die ihr durch eure Ausrüstung erhaltet sind in vielen Kämpfen von großer Bedeutung, da sie eure Energie, Angriffskraft und noch vieles mehr erhöhen können. Ohne dies sind die Bosskämpfe mitunter nicht zu schaffen, die wie immer sehr fordernd und schwer ausfielen. Doch genau das bildet den Reiz bei Tales of Vesperia aus, denn nie wird dem Spieler das Gefühl vermittelt, dass es unfair ist. Viel mehr erkennt jeder selbst seine Fehler in der Taktik, die er im nächsten Match gleich wieder gut macht und siegreich weiterzieht.
Um so viele dieser Skill auswählen zu können, müsst ihr natürlich auch fleißig leveln. Das ist wie in jedem anderen Rollenspiel unumgänglich und macht nebenbei auch Spaß, da es immer neues zu entdecken gibt.

Wer fleißig abseits der Handlung neue Events und Pfade erkundet, der entdeckt erst den Charme, den das Spiel in einer Vielzahl von lustigen Dialogen versprüht. Diese sind quasi das Sahnehäubchen in einem fantastischen Rollenspiel, da ihr dafür stets belohnt werdet. Sei es mit lustigen Accessoires eurer Party, besonderen Gegenständen, mächtigen Waffen und Rüstungen oder einfach nur Titel. Und hier kommen wir auch schon zum einzigartigen Aspekt der Tales of Reihe. Ihr könnt für jeden Charakter im Laufe der Story verschiedene Titel ergattern, die die einzelnen Parameter eurer Figur verändern. So bleibt es eure Entscheidung, ob ihr eher als Held, Schwermeister oder gar Gesetzesbrecher durchs Land schreitet. Als besonderen Leckerbissen bringen bestimmte Titel auch neue Outfits mit sich, die euch sehr bei Laune halten werden.

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Als Dessert zum krönenden Abschluss ein Feuerwerk an Effekten

Im Laufe eures Abenteuer müssen sich Yuri und seine Begleiter vielen Gegnern stellen, gegen die ihr nicht nur klug sondern auch taktisch vorgehen müsst, eure Fähigkeiten werden also voll beansprucht. Dazu gesellt sich jedoch ein wundervolles Schauspiel an Angriffen, die bei den Kämpfen nie Langeweile aufkommen lassen. Die Konfrontationen sind toll in Szene gesetzt, die Modelle strotzen nur so vor Details und auch die Monster sind abwechselnd gestaltet, sodass nie Monotonie aufkommt. Nebenbei könnt ihr prächtige Städte erkunden, die Weltkarte bereisen und euch im Kolosseum mitunter einigen bekannten Gesichtern aus vergangenen Ablegern der Reihe stellen. Die leider viel zu seltenen Sequenzen sind wundervoll animiert und verwöhnen euer Auge im klassischen Anime Stil, der sich nicht vor anderen Serien verstecken muss. Das Einsetzen des Cell-Shading-Looks erweist sich in diesem Fall als Goldgriff, da dadurch die Figuren noch um einen Tick sympathischer und authentischer wirken.

Was den Soundtrack betrifft, wird dem Spieler ein schönes Orchester geboten. Die einzelnen Stücke sind toll komponiert und verbreiten das richtige Flair in jeder Umgebung. Die Synchronsprecher machen ihren Job noch dazu sehr gut, in diesem Punkt werdet ihr also nicht enttäuscht sein.

Auf die Achievement Jäger unter euch kommt viel Arbeit zu, da einige Erfolge sehr viel Zeit für sich beanspruchen. Ihr könnt euch also darauf gefasst machen, dass ihr mindestens um die 120 Stunden braucht, falls ihr alles aus Tales of Vesperia rausholen wollt.

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Trailer

 

Immer noch Hunger? Das Fazit

Als Rollenspiel Fan macht man mit dem Kauf von Tales of Vesperia überhaupt nichts falsch. Der Einstieg wird Neulingen erleichtert, da die Grundlagen ausführlich erklärt werden sodass keine Fragen aufkommen. In den Kämpfen wird ein Effektfeuerwerk geboten sowie spannende Konfronationen mit riesigen Ungeheuern, die euch alles abverlangen werden. Untermalt wird dies von einem stimmigen Soundtrack, der sich der Situation perfekt anpasst. Wenn man sich auf die Handlung einlässt, zieht sie einem komplett in seinen Bann und die Zeit vergeht wie im Flug. Ich persönlich kann jedem Rollenspiel Fan dieses Spiel nur sehr ans Herz legen, da es durch seinen einzigartigen Look zu einem der besten Ableger in diesem Genre zählt.