Tales of Symphonia

Cover von Tales of Symphonia

Review

Auf dem Gamecube gibts es im Vergleich zu der Playstation 2 nicht so viele RPGs aus Japan. Müsste ich all die ordentlichen japanischen RPGs für den Gamecube aufzählen, so würde meine Liste aus 3 Spielen bestehen: Die Portierung von Scies of Arcadia, der Grafikknüller Baten Kaitos und schließlich auch Namcos Tales of Symphonia. Das für den Gamecube 2003 in Japan und 2004 in den USA erschienene Tales of Symphonia war ziemlich erfolgreich und hatte eine große Fangemeinde, was wohl an dem passenden Mix zwischen Klassischen Old-School und neuen innovativen Gameplay Ideen liegt. Dies und der Fakt, dass es an guten RPGs für den Gamecube mangelt, führte dazu, dass es Tales of Symphonia auch nach Europa schaffte.

Die Story ist nichts besonderes und ziemlich Klischeehaft. Es gibt eine Auserwählte, die mit ihrem Gefolge um die Welt streift um bestimmte Siegel zu brechen, damit die Welt vor dem Untergang gerettet wird. Diese Auserwählte ist das Mädchen Colette, die vom Hauptcharakter Lloyd, seinem Freund Genis, der Lehrerin Raine und dem Leibwächter Kratos begleitet wird. Die ersten Stunden mangelt es der Story richtig an Spannung und Einfallsreichtum und auch die Dialoge sind nervig und führen dazu, dass die Charaktere ziemlich unglaubwürdig erscheinen. Erst im späteren Verlauf verlässt die Geschichte die Standard Erzählebene und führt einige interessante Aspekte ein. 
Die Dialoge wirken auf einmal ausgereifter und versprühen nun erfolgreich die richtigen Emotionen in den passenden Situationen. Nicht unwichtig für die Tiefe der Charaktere sind die optionalen Dialoge, die man aufrufen kann wenn man die Z-Taste an bestimmten Zeitpunkten drückt. So bekommt man Einblick in die Probleme und Gedanken der einzelnen Figuren, aber manchmal werden auch nur witzige Nebengeschichten erzählt. Erst durch diese Gespräche kommt eine wirkliche Interaktion zwischen den Charakteren zustande. Im Grossen und Ganzen kann man sagen, dass die Geschichte und die Charaktere ihren Zweck erfüllen um die Zeit zwischen den Gameplay Passagen zu füllen.

Womit Tales of Symphonia jedoch vorallem glänzt ist das komplexe Gameplay mit einem actionreichen Kampfsystem im Mittelpunkt. Wer andere Tales of- Spiele gespielt hat kennt das Kampfsystem zum größten Teil. Wie immer treffen Charaktere, wenn sie auf der Karte ein Monster berühren, in einer Arena zu viert auf einen oder mehrere Gegner. Diese werden dann durch Einsatz von normalen Angriffen, Combos und Techniken getötet. Wenn man das Kampfsystem im Standardmodus bestreitet hat man direkten Zugriff auf die Steuerung eines Charakter und indirekten auf die anderen, d.h.:

Ihr steuert einen ausgewählten Charakter und könnt ihn Hiebe ausführen lassen. Durch schnelles Drücken der Angriffstaste folgen Combos an dessen Schluss man eine Technik anhängen kann, die TP (Technik Punkte). Diese Techniken werden zuvor im Menü auf bestimmte Tastenkombinationen gelegt. Es gibt 3 Leven von Techniken und nach einem Combo lässt sich eine Level 1 Technik anhängen, gefolgt von einer Level 2 Technik und zum Schluss noch eine Level 3 Technik. Man kann aber auf bestimmte Tastenkombinationen nicht nur eigene, sondern auch Techniken anderer Charaktere drauflegen. So kann man Charaktere, die nicht manuell gesteuert werden, schnell zu bestimmten Aktionen zwingen. Dies geht aber auch über das Menü in dem man neben Techniken auch Items benutzen kann. Auch das Benutzen der Items kann man über andere Charaktere machen.

In den Optionen kann man dies alles auch umkehren, z.B. alle Charaktere auf Manuel schalten oder Semi-Auto. In den Optionen gibt es außerdem die Möglichkeit, den Charakteren in Kampf bestimmte Strategien zuzuweisen. Die Einstellungen sind ziemlich umfangreich und die Auswirkungen im Kampf sind sofort bemerkbar.

Ein besonderes Feature sind die Unison Attacks. Um eine U. Attack auszuführen muss man einen Balken voll haben, der sich mit jeden Schlag auf einen Gegner füllt. Wenn er voll ist kann man durch drücken der Z-Taste die Unison Attack starten. Nun können alle Charaktere, die am Kampf teilnehmen und noch leben, zuvor im Menü zugewiese Techniken ausführen, ohne dass der Gegner in der Zwischenzeit was machen kann und ohne TP zu verbrauchen. Das Besondere ist aber, dass man durch die Kombination bestimmter Techniken zweier Charaktere eine neue dritte und stärkere Attacke ausführen kann.

Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar (Normal und Schwer) und bereits auf Normal kein Zuckerschlecken. Wenn man das Spiel durch hat erscheint ein weiterer Modus: Maniac. Welcher außerordentlich schwer ist.

Außerhalb des Kampfsystems herrscht ein ziemlich klassisches Gameplay und das Kochsystem aus vorherigen Tales of- Spielen fehlt natürlich nicht. In Städten kann man durch das Untersuchen von Gegenständen manchmal einen Wunder Koch finden, der dem Spieler Kochrezepte gibt. Wenn man die nötigen Zutaten hat kann man nach einem Kampf immer kochen um bestimmte Effekte aufzurufen.

Neben dem Gameplay ist auch die Grafik sehr gut gelungen. Man steuert in 3D die Super Deformed Anime Charaktere durch phantasievolle Landschaften mit hohem Detailreichtum. In manchen Orten sieht es aus, als ob man durch gerenderte Hintergründe rennen würde. Das Einzige, das wirklich misslungen ist, ist die Weltkarte. Diese ist detailarm und schlecht strukturiert. Ausserdem laufen im Gegensatz zu den Dungeons, Wäldern etc. keine Monster über die Karte sondern einfache Schwarze Phantome, die Gegner darstellen sollen. Ausserdem fehlen der Weltkarte ordentliche Höhenunterschiede.

Musikalisch ist das Spiel ganz ordentlich. Es gibt zwar keine Lieder, die des Spielers Aufmerksamkeit erwecken, doch sind sie gut genug um die Orte atmosphärisch und die Szenen spannend zu unterstreichen. Traurigerweise wurde das japanische Introlied mit japanischen Vocals vom Komponisten des Spiels aus lizenzrechtlichen Gründen durch eine gesanglose Version ersetzt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Tales of Symphonia eine gute Empfehlung für RPG Liebhaber ist, die nur einen Gamecube besitzen. Ein spassiges Kampfsystem und schöne Grafik im Anime Stil sprechen für das Spiel. Eine teilweise einfallslose Geschichte mit einigen nervigen Charakteren und mittelmäßigem Soundtrack sprechen eher dagegen.