Seiken Densetsu 2 (Secret of Mana)

Cover von Seiken Densetsu 2 (Secret of Mana)

Review

Das Spiel

Der zweite Teil der Seiken Densetsu Reihe erschien 1993 in den USA und Europa unter dem Titel Secret of Mana. Secret of Mana war damals eines der ersten Squarespiele in Europa, und war für viele SNES Besitzer in Deutschland das erste Rollenspiel, das sie je gespielt haben. Zu der Zeit gab es auch kaum Alternativen, sofern man nicht importiert hat.

Secret of Mana ist eines der wenigen Rollenspiele, das aufgrund seines Spielsystems gespielt wird. Die Story um den auserkorenen Jungen, der das Mana Schwert aus seinem Ruheplatz, einem Stein zieht, somit das in dem Stein versiegelte Böse befreit, und jenes zusammen mit einem Mädchen und einer Koboldin bekämpfen muss, ist zwar ganz nett, aber recht simpel aufgebaut und bietet nichts, was man als Rollenspieler nicht schon erlebt hat. Zudem ist die Geschichte an manchen Stellen nicht richtig ernst gemeint (die Weihnachtsinsel), oder kaum vorhanden (die Hetzjagd nach dem Weisen Lunar).

Dafür ist das Kampfsystem umso ausgeklügelter: Wie im Vorgänger Mystic Quest laufen die Kämpfe in Echtzeit ab. Neu sind dabei die Prozent-Balken, die sich aufladen, solange die Charaktere nicht kämpfen. Die Prozentzahl bestimmt die Angriffskraft. Wer also ständig draufhaut, wird nur mit ein paar Prozent der möglichen Kraft kämpfen, wer hingegen wartet, bis die Anzeige hundert erreicht hat, wird mit voller Wucht zuschlagen können. Daher gilt es, den Angriffen der Gegner geschickt auszuweichen, bis sich die Prozent-Anzeige gefüllt hat, und man zuschlagen kann. Diese Art zu kämpfen macht ziemlich viel Spaß, daher ist es auch kein Beinbruch, dass man einen Großteil des Spiels damit verbringt, sich durch die wilden Landschaften und Dungeons zu kämpfen.

Während der Erkundung der schön gestalteten Welt trifft man auf insgesamt acht magische Geister, welche das Mädchen und die Koboldin zum Einsatz von Magie befähigen. Die Zauber lassen sich aufleveln, indem man sie oft anwendet. Der maximale Level ist dabei immer auf die aktuelle Anzahl der getroffenen Geister begrenzt. Besonders bei Bossen sind die Zauber sehr nützlich: Wenn sie gegen ein bestimmtes Element anfällig sind, reichen ein paar aufgepowerte Zauber, um sie zu erledigen.

Ebenfalls in der Welt von Secret of Mana zu finden sind acht unterschiedliche Waffen, mit denen jeder der drei Charaktere ausgerüstet werden kann. Die Waffen können verbessert werden, indem man einen magischen Orb findet und ihn dem Zwergenschmied gibt, der sie gegen eine kleine Bezahlung verbessert. Die Anzahl der verwendeten Waffenorbs hat auch Einfluss auf den Angriffslevel der Waffe: Wenn man nach einem Angriff den Angriffsknopf gedrückt hält, lädt sich bei der Prozent-Anzeige ein bestimmter Balken. Ist dieser voll, lädt sich ein weiterer Balken, je nachdem, wie hoch der Angriffslevel ist. Ist der erwünschte Level erreicht, kann man den Angriffsknopf loslassen und den Charakter eine Spezialattacke ausführen lassen, die um einiges effektiver ist, als ein regulärer Angriff. Je öfter man kämpft, desto höher steigt der Angriffslevel der Waffe, jedoch maximal so hoch wie die Anzahl der momentan verwendeten Orbs.

Grafik und Sound sind beide verhältnismäßig gut. Die Optik ist knallbunt und selbst heute noch schön anzusehen, die Musikstücke sind selten nervig und passen meist recht gut zur jeweiligen Situation.

Am meisten Spaß bringt Secret of Mana mit einem Multiplayer Adapter und ein bis zwei Freunden, die dann die Mitstreiter des Helden übernehmen. Single-Spieler müssen sich mit der KI der Mitstreiter begnügen. Man kann zwar deren Verhalten und Angriffslevel einstellen und ihnen Ziele zuweisen, dennoch ist die KI nicht die beste. Die beiden Begleiterinnen neigen stets dazu, irgendwo hängen zu bleiben, und stellen sich beim Kämpfen nicht immer geschickt an. Neben der verbesserungsfähigen KI ist noch das etwas begrenzte Fassungsvermögen des Inventars (man kann von jedem Gegenstand nur vier Exemplare mitnehmen) und die etwas starke Wiederholung von Gegner- und Bosstypen zu bemängeln. Ebenfalls zu kritisieren wäre die deutsche Übersetzung, die gespickt mit Flachwitzen ist, die höchstens noch jüngere Spieler erfreuen, alle anderen aber eher nerven sollten. Zudem hat man hier das Wort Lokalisation ganz wörtlich genommen, und die englischen Namen in dem Spiel durch deutsche ersetzt, die mit dem Original so gut wie nichts zu tun haben (man vergleiche Dyluck und Hagen). Auch herausgenommen wurden sämtliche Anspielungen auf die Final Fantasy Reihe, so wurden die Moogles in Zappler umbenannt.

 

Fazit

Secret of Mana ist eines der spaßigsten Action-RPGs und einer der größten Klassiker in dem Bereich. Jeder Fan von Square sollte dieses Spiel schon einmal gespielt haben.