Seiken Densetsu (Mystic Quest)

Cover von Seiken Densetsu (Mystic Quest)

Review

Das Spiel

Anfang der Neunziger hatte Square die klassische Final Fantasy Reihe, und die etwas experimentellere SaGa Reihe am Laufen. Nun war es an der Zeit für eine dritte Reihe, und so erschien 1991 der erste Seiken Densetsu Teil für den Gameboy. Es war eine Mischung aus einem Action-Adventure im Zelda-Stil, einigen Rollenspielelementen, und Squares typisch dramatischen Storylines. Das Spiel konnte in fast allen Bereichen überzeugen, und dürfte neben den Zelda-Spielen das beste Action-Adventure für den Gameboy sein. Seiken Densetsu erschien im selben Jahr in Amerika unter dem Titel „Final Fantasy Adventure”. Der Name diente lediglich dazu, die Final Fantasy begeisterten Fans zum Kauf zu bewegen, denn bis auf das Auftauchen eines Chocobos hatte das Spiel wenig mit der Final Fantasy Reihe gemeinsam. Der Titel war eines der ersten Squarespiele, die es auch nach Deutschland schafften. Hier erschien es unter dem Namen „Mystic Quest”, da ein „Final Fantasy” im Titel hier nur für verwunderte Gesichter gesorgt hätte, weil diese Reihe damals in Deutschland ziemlich unbekannt war. Mystic Quest gehörte zu den wenigen Gameboyspielen mit eingedeutschten Texten, allerdings gingen die Final Fantasy Andeutungen bei der Übersetzung verloren, der Chocobo wurde zum Beispiel in Dodu umbenannt.

Die dramatische Story ist recht simpel aufgebaut, erfüllt aber ihren Zweck und ist für Gameboy-Verhältnisse in Ordnung. Das Gameplay ist, wie schon erwähnt, eine Mischung aus Action-Adventure und Rollenspiel. Auf der Oberwelt trifft man auf Horden von Monstern, die allesamt in Echtzeit erlegt werden. Für jedes besiegte Monster bekommt man Erfahrungspunkte, und sobald man einen Level aufgestiegen ist, kann man einen von vier Werten steigern. Im Verlauf des Spiels findet man natürlich auch verschiedene Waffen, Rüstungen und Zaubersprüche. Unter den normalen Items befinden sich neben Heiltränken auch Schlüssel und Pickel, mit denen man Türen in Dungeons aufschließen, oder poröse Stellen in der Wand durchschlagen kann. Von diesen Items sollte man immer genug dabei haben, sonst kann es passieren, dass man an einer Stelle festhängt und nicht wieder herauskommt. Ansonsten gibt es noch eine Menge anderer Rätsel, die in den Dungeons keine Langeweile aufkommen lassen. Der Held muss das Abenteuer nicht alleine bestehen, an bestimmten Stellen des Spiels wird er von einem der NPCs begleitet. Diese unterstützen einen mit Attacken und haben noch eine Spezialfähigkeit (zum Beispiel Heilung), die man sich jederzeit zu Nutze machen kann.

Technisch ist Mystic Quest sehr gut umgesetzt, die Grafik erinnert stark an Zelda, das ganze Geschehen wird aus der Vogelperspektive gezeigt, und alle Personen und Umgebungen sind gut erkennbar. Die Kompositionen sind auch überdurchschnittlich gut, vor allem das Main Theme. Die Musik auf der Oberwelt und das Boss Battle Theme fallen ebenfalls positiv auf. Die Stücke leiden aber allesamt an der bescheidenen Soundqualität des Gameboys. Etwas nervig können zuweilen die Dorfbewohner werden, da sie einem gerne im Weg stehen und anfangen zu reden, sobald der Held versehentlich gegen sie läuft. Dafür hat jeder NPC eine bestimmte Zahl von HP, das heißt, geduldige Spiele können die Dorfbewohner auch töten, wenn sie nerven.

 

Fazit

Mystic Quest ist der gelungene Auftakt der Seiken Densetsu Reihe: Ein sehr unterhaltsames Gameboyspiel, das in keiner Sammlung fehlen sollte.