Dragon Quest Monsters: Joker (roh)

Cover von Dragon Quest Monsters: Joker (roh)

Review

Das Spiel

Mit „Dragon Quest VIII - Die Reise des Verwunschenen Königs” erschien erstmals ein Dragon Quest Teil in Europa und eroberte mit seinem eigenen Charme sogleich die Herzen der Spieler im Sturm. Das eingängige Gameplay, der überragende Soundtrack und das gelungene Charakterdesign von Altmeister Akira Toriyama überzeugten Kritiker und Rollenspieler weltweit. Und wie bei Final Fantasy VII, war es auch bei „Dragon Quest VIII - Die Reise des Verwunschenen Königs” nur eine Frage der Zeit, bis zahlreiche Spin-Offs erscheinen. 

Der dritte Ableger für den Nintendo DS vereint das rundenbasierte Gameplay aus Dragon Quest VIII mit neuen frischen Ideen. „Dragon Quest Monsters: Joker” hatte schon im Voraus eine gute Ausgangsposition, um seine Konkurrenten in den Schatten zu stellen. 

„Monster fangen, trainieren und der Beste von allen werden!”, so könnte man „Dragon Quest Monsters: Joker” in wenigen Worten beschreiben, selbst wenn weit mehr dahinter steckt. Unbekannt ist diese Idee ja nicht und somit war es unvermeidbar, dass dieses Spiel mit den Pokemón-Ablegern verglichen wurde. Doch im Verlauf des Spiels stellt sich heraus, dass „Dragon Quest Monsters: Joker” viel gleich, aber auch viel Neues macht. 

Die Geschichte des Protagonisten beginnt in einer Gefängniszelle der S.K.A.T.-Zentrale auf einer Insel des Mau-Mau-Archipels. Direktor der geheimnisvollen Organisation ist Max Trumpf, der Vater des Hauptcharakters! Warum er seinen eigenen Sohn in eine Zelle steckt ist nicht relevant, wichtiger ist, dass der Direktor den Helden wieder aus dem Gefängnis holt und ihn mit einer wichtigen Aufgabe betraut. Er soll als Spion bei der berühmten Monsterscout-Meisterschaft teilnehmen. Was die wahren Hintergründe der S.K.A.T.-Organisation sind, wird im Verlauf der Geschichte aufgedeckt und so beginnt für den jungen Scout eine Reise in das große Mau-Mau-Archipel! 

Wie auch schon in Pokémon besteht ein Teil des Spiels aus dem Fangen von Monstern. Doch schnell wird erkennbar, dass es in „Dragon Quest Monsters: Joker” mit simplem Aufleveln nicht getan ist, sondern dass das Spiel eine komplexere Möglichkeit bietet, seine Monster entwickeln zu lassen. Synthetisieren wird die Methode genannt, um an Monster zu kommen, die unter anderem nicht in freier Wildbahn zu fangen sind. Dabei geht es darum, zwei seiner gefangenen Kreaturen zu „opfern”, um ein neues und stärkeres „Baby” zu bekommen. Klingt simpel, aber dennoch müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit eine Synthese erfolgen kann. Beide Monster, die synthetisiert werden wollen, müssen das Mindestlevel 10 erreicht haben und eine jeweils andere „Polung” aufweisen. Denn im Verlauf des Monsterfangens stößt man sowohl auf männliche (+ Polung), als auch auf weibliche (- Polung) und sogar neutrale (+/- Polung) Kreaturen. Bei der Synthese spielt das insofern eine Rolle, dass beide Kreaturen untereinander ein anderes Geschlecht haben müssen oder ein neutrales Monster ersetzt eins der Geschlechter. Zwei neutrale Monster zu synthetisieren ist nicht möglich. 

Das Prinzip ist im Grunde einfach, aber dennoch bietet diese Methode einen so großen Spielraum, dass man Stunden damit verbringen könnte, um sein Monsterteam zusammenzustellen. Ein „perfektes” Team wird es natürlich so nicht geben, aber eine Rangfolge kann die Stärke und Qualität eines Monsters bestimmen. Anfangs wird man es mit Kreaturen des Ranges F zu tun haben, die schwächsten sozusagen. Weiter geht es mit den Rängen E-X (E, D, C, B, A, S und X). Jede Insel des Mau-Mau-Archipels besitzt einen dieser Ränge, ausgenommen des Ranges X, und der Hauptcharakter wird im Geschichtsverlauf alle besuchen, beginnend bei der Novizia-Insel (Anfänger). Monster des Ranges X sind die stärksten des ganzen Spiels und dementsprechend schwer zu erhalten. Bis sich ein Spieler über eine Rang X Kreatur erfreuen kann, wird deshalb viel Zeit vergehen. 

Wer die Musik von „Dragon Quest VIII: Die Reise des Verwunschenen Königs” gemocht hat, wird erfreut sein, dass Koichi Sugiyama ein weiteres Mal die Feder geschwungen und für „Dragon Quest Monsters: Joker” seine wunderbaren Kompositionen beigesteuert hat. Diese sind wieder einmal äußerst stimmig und tragen einen großen Teil zur Atmosphäre des Spiels bei. Sie passen sich den jeweiligen Gegebenheiten des Spiels an und untermalen passend die Ereignisse. 

Der Nintendo DS ist wahrlich kein Hardwareprotz, was man auch stellenweise in „Dragon Quest Monsters: Joker” zu sehen bekommt. Während die Charaktere, von denen es leider zu wenig verschiedene gibt, ansehnlich sind, geben die großen Pixel in den Landschaften und im Himmel Anlass zur Kritik. Hingegen nicht zu kritisieren sind die vielen Animationen, die es für die über zweihundert verschiedenen Arten von Monstern gibt. Diese Animationen sehen nicht nur klasse aus, sondern sind auch sehr vielfältig und lassen alle Monster individuell erscheinen. 

Trailer

 

 

Fazit

Ich bin ein großer Fan der Pokémon-Spiele und war begeistert von „Dragon Quest VIII: Die Reise des Verwunschenen Königs”. Deswegen war es nicht weiter verwunderlich, dass ich sehr, sehr viel Spaß mit diesem Spiel hatte. Für mich ist dieses Spiel ein „besseres Pokémon”, da man viel mehr Möglichkeiten hat, besonders was die Monsterentwicklung angeht. Und auch in „Dragon Quest Monsters: Joker” hat mich wieder die Sammelsucht gepackt und selbst jetzt verbringe ich noch viele Stunden damit, alle Monster zu fangen beziehungsweise zu synthetisieren. Fans der Pokémon-Spiele werden an diesem süchtig machenden Spiel nicht vorbei kommen und auch begeisterte Rollenspieler können definitiv einen Blick riskieren.