Rudora no Hihou

Cover von Rudora no Hihou

Review

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Das Spiel

Rudra no Hihou ist wohl eines der am besten gehüteten Schätze aus dem Hause Square. Kaum einer kennt es, fast keiner hat es gespielt, aber trotzdem lieben es alle, die in den Genuss des Rollenspieles gekommen sind.
Das Spiel wurde von Squares Osaka-Abteilung geschrieben, die ja auch unter anderem durch Klassiker wie Bahamut Lagoon, Mystic Quest Legend, Live-A-Live und SaGa III bekannt wurden.
Später, als 5. R&D-Division, machten sie sich noch mit Spielen wie Brave Fencer Musashi, Parasite Eve 2 und Einhänder einen guten Namen.

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Die Story

Wir befinden uns auf einem namenlosen Planeten. Hier wiederholt sich immer wieder der selbe Kreislauf der Zerstörung und Ersetzung, denn alle 4000 Jahre wird die dominierende, vorherrschende Rasse durch eine neue ersetzt, bis die Perfektion erreicht wird. Erst mussten die Mermaids weichen und wurden durch die Reptilien ersetzt. Danach traten die Giants ihren Zyklus an.
Aber das war vor langer Zeit. Wir befinden uns bereits im Zeitalter der Humanoiden. Obwohl sie den Planeten beherrschen, stehen sie vor einem großen Problem: es sind nur noch 16 Tage bis zum Ende dieser 4000 Jahre - dem Zeitpunkt, wo sie durch eine andere Spezies ersetzt werden.
Nun liegt es an einer kleinen Gruppe von ausgewählten Kriegern (Sion, Surlent und Riza), ihr Schicksal herauszufordern, und den zerstörerischen Kreislauf zu durchbrechen, indem sie die mysteriöse Macht, welche hinter dem Wahnsinn steckt, vernichten.

Doch im Vergleich zu vielen anderen RPGs ziehen die Helden nicht alle zusammen los: denn es ist immer ein Held mit seinem Gefolge unterwegs. So spielt man letztendlich eigentlich drei Geschichten, wobei jede einzelne am Weltgeschehen um den letzten Kampf Teil hat.
Man kann auch zu jedem Zeitpunkt unabhängig zur anderen Geschichte wechseln und dort weiterspielen. Letztendlich haben die Charaktere nur eine wichtige Gemeinsamkeit: jeder von ihnen trägt ein heiliges Relikt, ein so genanntes Jade, dass ihnen eine spezielle, einmalige Kraft verleiht.
Erst am letzten Tag kommen die drei Helden zusammen, um gegen das ultimative Böse mit vereinten Kräften anzutreten.

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Gameplay

Auch, wenn sich Rudra abgesehen von den Gruppenwechseln wie ein relativ normales RPG spielt, gibt es eine spieltechnische Perle: das Mantra-System.
Der Spieler hat die Möglichkeit, seine eigenen Zaubersprüche selber zusammen zu stellen. Das soll jetzt nicht heißen, dass man nur aus einem Topf gewisse Magien aktivieren kann, sondern betrifft wirklich jeden einzelnen Zauber: man kann sich nämlich aus verschiedenen Wörtern den Zauber zusammenbasteln. Jedes Wort fügt dann ein bestimmtes Attribut hinzu, und beeinflusst in Folge die Wirkung.
Ein einfaches Beispiel wäre, dass ich mir den Grundzauber „Feuer” aus dem Pool ziehe und mit „Mega” verbinde, um den Schaden zu verstärken. Den Namen, den der Spruch letztendlich trägt, kann man unabhängig bestimmen.
Die Möglichkeit der Kombinationen ist wirklich sehr hoch, und so kommt man hin und wieder durch ein bisschen Spielerei auf sehr starke Zauber, die einem in den vielen Kämpfen weiter helfen.
Da man ohne die Zauber eigentlich kaum weiter kommt, wird es auf Dauer sehr wichtig, ein Gefühl für die einzelnen Wirkungen der Teilsprüche zu entwickeln.

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Grafik

Auch, wenn es bei einem RPG nicht der wichtigste Punkt ist, sollte man diesen doch nicht ganz vernachlässigen: die Grafik. Wie man sich schon an den Shots überzeugen kann, ist diese für die Zeit sehr gut ausgefallen. Die Sprites sind sehr detailliert animiert und toppen ohne weiteres in diesem Punkt auch noch folgende SNES-Spiele.
Die Umgebung ist teilweise sehr detailliert, allerdings leider auf der Weltkarte und in den Dungeons sehr farblos und eher trist von der Farbwahl her ausgefallen. Trotzdem macht es Spaß, durch die Welt zu reisen und sich die unterschiedlichen Häuser und Paläste anzusehen.

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Trailer

 

 

Fazit

Ich selber habe zwar das Spiel noch lange nicht durchgespielt, bin aber trotzdem bis jetzt positiv beeindruckt. Das Magiesystem bietet einem genial viele Möglichkeiten, und lenkt einen immer wieder vom restlichen Spiel ab.
Die Animationen sind schön detailliert und verursachen damit immer schöne, flüssige Szenen und Bewegungen, was auch sehr positiv zum Feeling beiträgt.
Der Sound ist nicht der beste, aber auch nicht von schlechten Eltern. Was mir am Spiel noch immer am besten gefällt, ist die Einteilung in Tage und, dass die Helden nicht von Anfang an künstlich aneinander kleben. Dadurch macht das RPG einfach einen 'frischeren' Eindruck, und hebt sich um einen weiteren Punkt von anderen ab.

Genau so angenehm ist es, dass man zu fast jedem Zeitpunkt einfach zwischen den Heldengeschichten umherschalten kann, und somit viel von der Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen bekommt. Letztendlich kann ich Rudra no Hihou nur weiterempfehlen.