Radical Dreamers

Cover von Radical Dreamers

Review

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I can still relive the
memories of those days
long past...

 

Das Spiel

„Radical Dreamers” ist sozusagen der verlorene Teil der Chrono-Reihe. Es war eines der wenigen Spiele für die SNES-Erweiterung Satellaview (BS-X, 14.000 Yen~150 US-Dollar).
Dieses Erweiterungsmodul erschien am 23. April 1995 in Japan, wurde jedoch sonst in keinem weiteren Land veröffentlicht, da es sich schon in den ersten Wochen als totaler Flop erwies.
Es bot einem die Möglichkeit, einige Spiele und Demos kostenlos aus dem Sattelitennetz herunter zu laden, und auf sogenannten Broadcast-Satellite-X-Modulen (Kurz: BS-X-Module) permanent abzuspeichern. Diese Karten waren nichts anderes, als einfache Flash-Speicher, die insgesamt 8Mb Daten fassen konnten und kosteten 4.600 Yen (ca. 50 US Dollar) pro Stück.
Um Spiele aus dem Sattelitennetz laden zu können, musste man immer zu einer bestimmten Uhrzeit auf einen bestimmten Kanal schalten. Dies war allerdings nur zwischen 13:00 und 19:00 möglich.

Das Spiel selbst ist 1996 erschienen und stellt ein komplexeres Multiszenario-Textadventure dar. Das bedeutet natürlich eine ganze Menge Text, der mit einigen schönen, gerenderten Bildern und Animationen unterlegt ist. Im Gegensatz zu den RPGs kann man sich nicht direkt aussuchen, wo man hin will. Man ist vielmehr in der Story gefangen, und es bleiben dem Spieler nur wenige Auswahlmöglichkeiten, die sich da auch nur in Gesprächen zeigen. So kann man allerdings auch ein klein wenig mitbestimmen, was als nächstes getan wird. Allerdings hat man für meinen Geschmack viel zu selten die Möglichkeit dazu.

Satellaview Screenshot 1
 

Die Story

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junger Mann namens Serge, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Er ist mit einem Dieb, namens Kid, und einem geheimnisvollen Zauberer, namens Magil, auf einer Mission mitten im Viper Manor (CC) unterwegs, dessen Ziel es ist, die „Gefrorene Flamme” des bösen Lynx aus seiner Residenz zu stehlen.
Im Verlauf des Abenteuers stellt sich auch noch heraus, dass es sich bei dem mysteriösen Zauberer in Wirklichkeit um den berühmt-berüchtigten Magus handelt.
Somit haben wir auch unsere Helden zusammen: Magus aus „Chrono Trigger” kämpft an der Seite von Serge und Kid aus Chrono Cross.
Außerdem kommen noch andere Elemente aus „Chrono Trigger”, wie zum Beispiel das Masamune und das Time Egg zum Vorschein.

Obwohl es ja generell kein sonderlich langes Spiel ist, gibt es insgesamt sieben Szenarien zu spielen. Um sie zu entsperren, muss man das Spiel erst einmal bis zum Schluss durchspielen.
Doch wenn man nun noch einmal über die Game+ Funktion anfängt, merkt man relativ schnell die Unterschiede, denn da folgt eine witzige Situation auf die andere.
Das erste Szenario besteht aus der Hauptgeschichte, während die weiteren eher Parodien, oder zumindest Spin-Offs sind. Fast alle davon sind wirklich verrückt.
Alle 7 Szenarien sind einzeln gesehen recht kurz, aber dennoch sind sie schön zu spielen. Leider muss man bei allen Möglichkeiten manche Sachen wiederholen, das hält sich jedoch in Grenzen.

Screenshot 2 Screenshot 3
 

Gameplay

Das Gameplay gestaltet sich eigentlich ziemlich einfach: wie für ein Textadventure üblich, gestaltet sich natürlich auch jeder Kampf auf Textbasis. Sonst hat man im Kampf, je nach dem wer gerade an der Reihe ist, die üblichen Möglichkeiten wie „Fight” und „Magic”. Wie üblich halt, nur dass die Kämpfe kaum eine Herausforderung darstellen, und auch ziemlich selten sind. Natürlich gibt es Zauberpunkte und Leben - der Kampf wird vielmehr anhand der Eingaben erzählt. Hier gehört nämlich jeder Kampf direkt zur Handlung, und es gibt keine Zufallskämpfe oder ähnliches.
Im Kampfmodus wird nur der Gegner gezeigt. Dieser wird dafür besonders groß und detailliert dargestellt.
Die Kämpfe können teilweise auch sehr spannend werden: Manche Gegner haben spezielle Attacken, mit denen sie Serge im letzten Moment ziemlich stark beisetzen können, so dass Magil oder Kid mit einem Heilzauber eingreifen müssen.

Neben Bildern und Text spielt in einem Textadventure natürlich auch der Sound eine große Rolle. Bei diesem Spiel hat Yasunori Mitsuda Hand angelegt, und ein wahres Meisterwerk vollbracht. Doch leider gibt es nicht sonderlich viele Stücke, deswegen wiederholen sie sich schnell.

Screenshot 4 Screenshot 5
 

Fazit

Alles in allem ist „Radical Dreamers” eigentlich nur eine Sidestory zu „Chrono Trigger”, und enthält somit natürlich auch einige CT-Eigenheiten, wie zum Beispiel mehrere Enden.
Das Script wurde übrigens von Masato Kato (Direktor des CT-Teams) geschrieben, und brachte es so auf ganze 6 Stunden Spielzeit.

Das Spiel blieb weitgehend unbekannt, aber nicht unbedacht: Square legte nämlich die Story komplett neu auf, und setzte es als RPG mit vielen neuen Elementen und Charakteren um, so dass eigentlich nur noch das Grundgerüst von „Radical Dreamers” übrig blieb. Dieses Spiel ist als „Chrono Cross” bekannt, in dem übrigens auch noch einige Musikstücke aus „Radical Dreamers”, leicht überarbeitet, enthalten sind.