Kingdom Hearts 358/2 Days (roh)

Cover von Kingdom Hearts 358/2 Days (roh)

Review (Bilder)

Das Spiel

Mit Kingdom Hearts 358/2 Days wird die letzte Lücke in der Kingdom Hearts Historie geschlossen. Erzählt wird die Geschichte von Roxas, seines Zeichen Mitglied bei der Organisation XIII, und umfasst das Jahr, in dem Sora am Anfang von Kingdom Hearts 2 im Tiefschlaf lag. In welcher Verbindung steht er mit Sora? Warum wurde Roxas in die Organisation aufgenommen? Welche Beweggründe haben die anderen Mitglieder? Und zu guter Letzt, was hat es mit dem neuen Mitglied, der Nummer XIV auf sich? All diese Fragen werden in Kingdom Hearts 358/2 Days beantwortet.

 

Wie eine große Familie

Nur Kenner der Story von Kingdom Hearts 2 und Kingdom Hearts Chain of Memories werden bei der komplexen Handlung Durchblick haben. Es gibt zu viele Anspielungen, Hinweise, Notizen und sehr viele Fragen, die ohne Vorkenntnisse kaum zu beantworten sind. Zum anderen sind die Areale, in denen man sich aufhält nichts Bahnbrechendes und neues, da man hier bereits in den Playstation 2 Versionen war. Fans der Serie hingegen fühlen sich sofort wohl und heimisch. Neben Twilight Town besucht ihr auch Agrabah, das Schloss des Biestes, Herkules, Alice im Wunderland sowie Halloween Town und viele mehr.

 

Hat das Zusammenspiel zwischen Final Fantasy und Disney in Kingdom Hearts 1 noch hervorragend funktioniert, verlor der zweite Teil schon an Spannung. Zwar wurden einige neue Areale hinzugefügt, doch der Funke wollte nicht ganz überspringen, der Reiz war verflogen. Spieler von 358/2 Days sollten sich darauf einstellen, dass man ausschließlich fast nur bekannte Gebiete bereist. Einschränkungen musste das Gameplay an einigen Stellen hinnehmen, die aber nicht tragisch ausfallen. Das freie Besuchen der Welten wurde abgestellt, stattdessen bekommt man Missionen die einem in diese führen. Die Aufträge bekommt ihr von Saix, einem bedeutungsvollen Mitglied der Organisation. Ab und zu bekommt man für die Mission einen Partner zugeteilt, der einem schlagkräftig unterstützt.

 

Am Zielort dann angekommen findet man eine mehr oder minder große Umgebung vor. Ab und zu ist es nur ein Raum, beim nächsten Mal ein Stadtteil oder gar ein großes Dungeon – alles ist möglich, den Überblick behält man aber dennoch immer. Damit ihr das eigentliche Missionsziel aber nicht aus den Augen lässt, wurden je nach Mission Barrieren errichtet die verhindern, dass ihr nicht vom Weg abkommt und in falsche Räume und Gebiete marschiert. Praktisch erweist sich die Karte am unteren Bildschirm, denn diese zeigt stets offene Wege, Gegner oder wichtige Punkte an.

 

Wer hat Lust auf Eis?

In mehr als 60 Missionen ist es nun eure Aufgabe, bestimmte Ziele zu erfüllen. Entweder ihr müsst den Weg zu einem bestimmten Ort finden, der einen Boss beherbergt, eine gewisse Anzahl an Herzlosen besiegen oder einfach nur die Areale unter die Lupe nehmen. Zwar werden diese Ziele wiederholt, doch neue Zwischengegner und Pfade lassen es dennoch nie langweilig wirken. Eine weitere Neuerung ist das Ausrüstungsmenü, das auf Tafeln basiert, auf der jede Fähigkeit, Waffe, Magie und jedes Item festgehalten wird. Wo ihr am Anfang noch relativ wenige Tafeln ausrüsten könnt, so erhält ihr nach jeder erfolgreichen Mission einen Feld-Freigeber, der euch immer mehr Platz bietet. Änderungen können jedoch nur vor Missionen vorgenommen werden.

 

Für Spieler, die abseits der Pfade auf Erkundungstour gehen, winken Belohnungen, denn fast jede Mission kann abgeschlossen oder perfekt abgeschlossen werden, wie ihr das bewerkstelligt müsst ihr aber stets selbst herausfinden. Je mehr Magie und Item Tafeln ihr ausrüstet, desto öfter können diese auch während der Mission verwendet werden. Doch lediglich die Magietafeln bleiben euch nach Abschluss erhalten, verwendete Items verschwinden jedoch. Des Weiteren existieren Verbindungstafeln, die euch das Kombinieren der einzelnen Fähigkeiten ermöglicht. Da es eine große Anzahl an verschiedenen Variationen gibt, gibt es stet etwas Neues zu entdecken.

 

Komplett neu, und damit einmalig für die Serie, ist der Multiplayer Modus für bis zu 4 Spieler per drahtlosem Multikartenspiel. Denn alle Aufträge, die ihr im Singleplayer Modus absolviert, könnt ihr mit Freunden gemeinsam erneut bestreiten, und als Sahnehäubchen stehen euch nun alle Mitglieder der Organisation XIII zur Auswahl, was den Spielspaß drastisch erhöht.

 

Licht und Schatten

In Kingdom Hearts 358/2 Tage wurde fast komplett auf den Touchscreen verzichtet, lediglich die Kamera lässt sich damit steuern. Doch da selbiges auch mit den Schultertasten leichter zu bewerkstelligen ist werdet ihr also selten bis gar nicht den Stylus zur Hand nehmen müssen. Angegriffen wird mit A, durch mehrmaliges Drücken startet ihr eine Kombo. Besondere Fähigkeiten, die ihr durch Tafeln erlernt, verteilen sich dementsprechend auf die anderen Knöpfe, was gut funktioniert. Magie und Items werden wie gewohnt über das typische Kingdom Hearts Kampfmenü ausgewählt.

 

Da man, wie auf der Playstation 2, eine 3D Welt erschaffen wollte mussten die Entwickler die Grafik ein wenig reduzieren. Doch für einen NDS Titel zeigt 358/2 eine enorme Qualität und ist sehr schön anzusehen. Die verschiedenen Gegner und Charaktermodelle tun ihr übriges. Lediglich die Texturen einiger Areale wirken verwaschen, doch das ist zu verkraften, denn die wenigen, aber dafür sehr gut inszenierten Zwischensequenzen in englischer Sprachausgabe machen alles wieder gut. Der Soundtrack passt sich den einzelnen Disney Welten an, bietet aber nicht Neues, da sie lediglich von den Vorgängern übernommen und leicht geändert wurden.

 

Trailer

 

 

Fazit

Als begeisterter Fan der Serie war ich sehr gespannt auf den neuen Ableger und wurde im Großen und Ganzen nicht enttäuscht. Auch wenn das Spiel lediglich als Lückenbüßer hinhalten muss, macht es seinen Job sehr gut. Der Schwierigkeitsgrad ist eine tolle Herausforderung, da dieser im Gegensatz zu Kingdom Hearts 2 wieder schwerer ausfiel. Nicht Neues hingegen bietet der Soundtrack, der nach einiger Zeit nervend sein kann, sich aber nicht schlimm auf den Spielspaß auswirkt. Was den Multiplayer betrifft hat Square Enix tolle Arbeit geleistet, nur das Finden mehrer Spieler könnte ein Problem sein. Wenn man diese Aspekte zusammenzählt, so kann ich Kingdom Hearts Fans diesen Ableger nur ans Herzen legen.