Arc the Lad

Cover von Arc the Lad

Review

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Spiel

Nach mehr als 5 Jahren seit dem Erscheinen in Japan fand „Arc the Lad” den Weg in die USA in Form einer Collection, die bei uns, den Fans, unter dem Namen „Arc the Lad Collection” bekannt wurde. Dieses Spiel ist ohne Weiteres eines der ersten richtigen Rollenspiele, welche für die Playstation entwickelt wurden. Dass „Arc the Lad” aber eines der ersten Rollenspiele für die Playstation war, muss nicht bedeuten, dass es ein gutes RPG war bzw. ist. Wenn man dieses Spiel spielt, wird man sehen, warum es so lange dauerte, bis es sich seinen Weg in die USA bahnen konnte, jedoch nur in Form eines „Bundles” - die oben schon erwähnte „Arc the Lad Collection” - und hierzulande gar nicht erst erschien. 15 Jahre nach dem japanischen Release schafft es „Arc the Lad” in Amerika in der „PSOne Classics”-Serie neu aufgelegt zu werden.

CD Design Screenshot 1
  

Story

Die Story von „Arc the Lad” ist schon damals nichts Besonderes gewesen. Recht simpel eben, wie man es von vielen RPGs aus dieser Zeit kennt. Die Geschichte beginnt mit einem Mädchen namens Kukuru. Ihr Auftrag ist es, den nahe gelegenen Berg Mt. Cion zu besteigen, um auf der Bergspitze eine Flamme in einem Schrein zu entzünden. Just zur selben Zeit entscheidet sich Arc, dessen Vater vor 10 Jahren spurlos verschwunden ist, auf genau denselben Berg zu steigen, um herauszufinden, was mit seinem Vater geschehen ist. Als Kukuru die Flamme im Schrein entzündet, zieht plötzlich ein Schneesturm auf und ein Monster erscheint. Arc begegnet dem Monster, wird von selbigem attackiert und bewusstlos liegen gelassen. Während Arc bewusstlos im Schnee liegt, taucht ein Geist aus dem Nichts auf und überträgt ihm die „Macht der Guardians”. Weiterhin erzählt er Arc, dass die Welt am Abgrund steht, weil die Menschheit gierig und böse wird. Ab diesem Moment wird es Arcs Schicksal sein, die Welt vor der Zerstörung zu bewahren. Also muss Arc die elementaren Geister suchen und befreien, um ihre „Power Orbs” zu erhalten, sowie das „Ark” finden, welches die Macht hat, die Welt zu retten. Es ist sehr schade, dass es die Story leider nicht zulässt, etwas tiefer zu blicken. Man durchstreift eine Welt, ohne überhaupt zu wissen, was für eine Welt es ist. Im Intro erfährt man, dass Arcs Vater vor 10 Jahren verschwand. Leider erfährt man nicht wirklich, was vor 10 Jahren mit seinem Vater passierte. Vermutlich suchte man hier nur nach einem Grund, um Arc in die Geschichte passen zu lassen. Desweiteren erfährt man, dass das Land Romalia hinter all dem Übel steckt, jedoch nicht, was für ein Land es ist und wo es liegt. Im Grunde ist „Arc the Lad” eigentlich nur eine Art Prologue zur richtigen Story, welche erst in „Arc the Lad 2” richtig beginnt.

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Gameplay

Das Gameplay verläuft für ein Rollenspiel unwahrscheinlich linear, jedoch kennt man lineare Handlungsabläufe von Strategie-Rollenspielen. Aus diesem Grund kann man „Arc the Lad” hierbei keinen Punkt abziehen. Allerdings ist das Gameplay weder innovativ, noch besonders einfallsreich. Man muss sich die Handlung so vorstellen: Kampf, Story, Kampf, Story, Kampf, Story etc,... nach wenigen Spielstunden fühlte ich mich mehr in einem Dungeon-Crawler als in einem Rollenspiel. 
Der Kampfbildschirm besteht aus einem 2D Hintergrund, auf dem sowohl die Gegner, als auch die Party an verschiedenen Stellen platziert werden, jeweils in der Nähe der Verbündeten. Nun kann man sich in gewohnter Strategie-RPG-Manier über eine Art Schachbrett auf der Battlemap bewegen, um seine Gegner auszulöschen. Ist dies geschafft, endet der Kampf und der nächste Storypart beginnt. Jeder Charakter hat hier seine eigenen speziellen Fähigkeiten. 
Das Spektrum reicht von Magie bis hin zu speziellen Attack- Skills, welche über das normale Level-Up-System erlernt werden. Ein nettes - und manchmal auch rettendes - Feature im Kampf ist, dass man Gegenstände nach dem Gegner werfen kann (sofern man solche Gegenstände besitzt, z.B. eine „Bombe”). Dies ist recht praktisch, wenn man am Zug ist und den Gegner nicht erreichen kann, um ihm erfolgreich Schaden zuzufügen. Man wählt also einen zu werfenden Gegenstand aus dem recht knappen Item-Menü aus und wirft ihn nach seinem Widersacher. Leider bedeutet ein Wurf nicht unbedingt einen Treffer. Manchmal fangen die Gegner das Wurfgeschoss auf und es wird kein Schaden verteilt.

Sehr eigentümlich ist hier auch die Equip-Option. Man kann keine Waffen und Rüstungsgegenstände als solches ausrüsten, sondern nur Accessories. Es existieren auch keine Städte, Dörfer oder ähnliches in diesem Spiel, was zur Folge hat, dass es auch keine Shops oder andere Geschäfte gibt, in denen man Ausrüstungsgegenstände kaufen kann. Das heißt im Klartext, dass man sich jeden Gegenstand (Ausrüstungsteile etc.) im Kampf ergattern muss, wenn Monster Schatztruhen fallen lassen.

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Grafik & Musik

Man kann sehr gut erkennen, dass dieses Spiel eines der frühen Playstaion-Spiele ist, da die Erfinder, was die Grafik betrifft, nicht das volle Potenzial der Playstation-Konsole ausgeschöpft haben. Das Spiel verfügt zwar teilweise über 3D Features, welche man in herkömmlichen 16 Bit Spielen nicht sehen würde, jedoch überwiegt mit ganz klarer Mehrheit leider die für 16-Bit Konsolen bzw. Spiele übliche 2D-Optik. Das Hauptproblem hier ist, dass die 16 Bit Grafik in diesem Spiel nicht das beste ist, was die Playstation hätte hervorbringen können. Als Beispiel wären die Farben genannt, welche manchmal nicht immer passend gewählt sind. Natürlich gibt es in bestimmten Szenen auch ein paar grafische Highlights zu sehen, wie z.B. der Hintergrund, wenn die Party den Waldgeist aufsucht oder der Sonnenuntergang gegen Ende des Spiels. Aber wegen diesen wenigen Highlights kann man das Spiel grafisch nicht in den 7. Spielhimmel heben. Alles in allem gab es aber schon bessere 16-Bit Spiele für das Super Nintendo Entertainment System (SNES).

Ein weiterer enttäuschender Punkt in diesem Spiel ist der musikalische Teil. Die Musik kann nur so gut sein, wie die Präsentation der Story. Immerhin verleiht die Musik den Szenen und der gesamten Story den gewissen Flair und die Atmosphäre, die es braucht, um ein Spiel interessant zu machen. Was nicht unbedingt heißen soll, dass die Stücke jetzt grottenschlecht sind. Der große Nachteil ist, dass „zu” wenig Musikstücke für das Spiel existieren. Aus diesem Grund wiederholen sich die Stücke schnell. Man kann jedoch auch schlecht erwarten, dass bei einem Spiel von einer Durchschnittsspielzeit von 10-15 Stunden massenhaft Musikstücke existieren.

Trailer

Fazit

Alles in allem ist „Arc the Lad” ein nicht besonders gut gelungenes RPG. Zu nennen wäre die schwache Story, eine 16-Bit Grafik, die selbst auf dem Super Nintendo besser wirkte und sehr wenig Abwechslung in den Musikstücken, auch wenn sie relativ gut bis mittelmäßig gelungen sind. Außerdem wird der Spieler mit einem sehr gewöhnungsbedürftigen Gameplay konfrontiert, welches jedoch durch eine erstaunlich simple Handhabung besticht. Ein besonders nettes Feature zum Schluss ist, dass man seinen Spielstand in „Arc the Lad 2” importieren kann. Dabei werden alle Gegenstände, die man gegen Ende des Spiels zusammengesammelt hat und - was ganz besonders wichtig ist - das Charakterlevel in „Arc the Lad 2” importiert. Einziger Nachteil: Man muss erst „Arc the Lad 2” bis Alatos spielen, bevor man die Items in Chongaras Shop abholen kann.