Legend of Mana (roh)

Cover von Legend of Mana (roh)

Review

Der Ableger der beliebten Seiken Densetsu Reihe schaffte es, im Gegensatz zum 3. Teil, endlich in die USA. Dieser Teil ist bis jetzt der letzte, und es ist unwahrscheinlich, dass es weitere Nachfolger geben wird, da sich das Team von Seiken Densetsu von Square gelöst hat, um ein Neues zu gründen: Brownie Studios (Magical Vacation, GBA). Legend of Mana war der einzige Teil, der auf der Playstation erschien, und in Amerika eine grosse Fangemeinde besitzt. 
Jedoch ist Legend of Mana eines der Spiele, die man entweder liebt, oder hasst.

Erst einmal muss gesagt werden, dass Legend of Mana eines der innovativsten RPGs für die Playstation ist. Soviele neue Ideen, die zuvor noch nie dagewesen sind, lassen sich in diesem Spiel wieder finden. Es sollte am besten niemand an das Spiel herangehen , wenn er ein zweites Secret of Mana, oder Seiken Densetsu 3 erwartet. Das Spiel enthält, außer ein paar Monstern und wenigen Charakteren, nur das letzte Sidequest ,womit man das Spiel in Verbindung mit anderen Seiken Densetsus bringen könnte.

Die Story von Legend of Mana hängt davon ab, wie der Spieler das Spiel angeht. Man kann das Spiel durchspielen und dabei ca. 80% der Story nicht mitbekommen. Eine Hauptstory hat Legend of Mana nicht, sondern nur viele kurze Geschichten, die nur manchmal in Verbindung zu einander stehen. Viele der Storys sind eher flach und einfach, da sie meist in nur wenigen und kurzen Dialogen erklärt werden. Es gibt aber auch ein paar sehr gute Storylines, die aber eher selten vorkommen, und man sie leicht verpassen kann. Der Manabaum, und überhaupt „Mana“, kommen, ausser im Intro, nur noch ganz am Ende vor. Das Spiel beginnt im Haus des Helden/in und.... na ja, das war es eigentlich auch schon. Man läuft zunächst ziellos durch die Gegend, bis man auf ein paar Charaktere trifft, die dann eine Kurzgeschichte starten. Diese besteht meistens darin, eine Person, oder einen Gegenstand zu finden. Die Charaktere von Legend of Mana sind sehr flach, da sie nur ein paar mal aufkreuzen, und gerade mal 5 Dialogboxen haben, bevor sie dann wieder verschwinden. Der Hauptcharakter selbst hat keinen Charakter, ist aber auch als Avater zu sehen, da er keine Dialoge und Background Story hat.


Das Gameplay ist innovativ, umfangreich und gleichzeitig ein zweischneidiges Schwert. Zuerst gibt es einmal das Action basierende Kampfsystem. Dieses wird gestartet, wenn man einem Gegner zu nahe kommt. Daraufhin zieht der Hauptcharakter seine Waffe (Schwert, Axt, bogen etc...). Man darf erst weiter laufen wenn der Gegner tot ist , also anders als bei den vorherigen Seiken Densetsus. Im Kampf gibt es verschiedene Angriff Methoden. Erst einmal gibt es den starken einzelnen Schlag, der aber 2 Sekunden Erholungspause braucht, bis man wieder zuschlagen kann. Dann gibt es noch die leichten Schläge. Davon kann man 3 hintereinander ausführen, bevor der Charakter wieder eine 2 Sekunden lange Pause hat, und man wieder etwas machen kann. Diese 2 Grundangriffsarten sind auf dem X-Button und auf dem Vierreck-Button des Playstation Controllers. Die Triangel-, Kreis-,L1-,L2-,R1-,R2-Buttons kann man verschiendenen Angriffstypen zuweisen. Auf dem Triangel und Kreis Button kann man 2 weitere Skill eintragen. Bei den L und R Knöpfen kann man Zauber und Special Skills eintragen. Die Angriffe und die Skills kann man untereinander kombinieren. Zum Beispiel kann man bei verwenden des Sprung Skills die starke Schlag Attacke ausführen, wodurch der Charakter daraufhin zu Boden schnellt, und dabei Gegner verletzen kann. Die Special Skills, und die Zauber auf den L und R Buttons, sind eher schwach und nicht wirklich notwendig ,da sie zum einen sehr lange brauchen, bis sie aufgeladen und nutzbar sind, und dann auch noch meistens daneben gehen, zum anderen aber auch noch relativ schwach sind. Special Skills hängen von der Waffe ab, die man trägt, und Zauber hängen von den Instrumenten ab, die man bei sich hat. Die HP des Charakters werden im Kampf in einem Balken angezeigt, und noch in %. Darunter befindet sich einen Leiste, die, wenn sie voll ist, erlaubt, einen Special Skill zu verwenden. Danach geht die Leiste wieder zurück auf Null, auch wenn der Angriff daneben geht.
Am Kampfgeschehen können maximal 3 Kämpfer teilnehmen. Dies ist der Haupt-Charakter , ein Monster, oder ein Golem, und ein weiterer Charakter. Stehen zwei Charaktere im Kampf nebeneinander, füllen sich die HP beider Charaktere langsam auf. Hat man einen Kampf gewonnen, hinterlassen die Gegner entweder Rubine oder Items, welche man aufheben sollte, bevor sie verschwinden. Durch das Aufnehmen der Rubine steigen die Erfahrungspunkte, und dies ist auch der einzige Nutzen den diese Rubine haben. Geld wird nach Kämpfen eher selten hinterlassen.

Das wichtigste an Legend of Mana sind die Sidequests. Das sind optionale Aufgaben, die man, wann man will, lösen kann. Es gibt keine Vorschrift, wann man welche optionale Aufgabe löst. So kann man das letzte Sidequest lösen, ohne zig andere überhaupt gefunden zu haben. Viele Sidequests werden aber erst geöffnet, wenn bereits andere bestanden worden sind. Jeder dieser Sidequests hat die bereits genannte Kurzgeschichte. An diesen Sidequests ist meistens irgendein Charakter beteiligt ,der Dir dann eine Aufgabe stellt.
Was mich an diesen Sidequests stört, ist nicht die Idee selbst, sondern die Umsetzung. Die Sidequests sind so gut wie immer gleich, und das ist halt ziemlich langweilig. Grob betrachtet, gibt es zwei Varianten an Sidequests. Erstens die Dungeon Sidequests und zweitens die Städte Sidequests. Die Dungeon Sidequests laufen folgendermaßen ab:
1.Man betritt Dungeon
2.Charakter tritt auf, und erzählt Dir etwas in 5 Dialogboxen und haut wieder ab.
3.Nun muss man den ganzen Dungeon ablaufen, meistens Labyrinthe, und nur selten Rätsel
4.Boss taucht auf.
5.Nach Beendigung dieses Monsterkampfes, taucht der Charakter vom Anfang wieder auf, und belohnt Dich für Deine Hilfe.
Um Städte-Sidequests zu lösen, muss man einfach mehrmals durch die Stadt laufen, und immer mit allen Charakteren reden, bis ein Ereignis ausgelöst wird. Dann muss man alles wiederholen, bis schließlich das Sidequest zu Ende ist. Dann bekommt man eventuell wieder Items als Belohnung.
Bestandene Aufgaben werden in das „Diary“ (Tagebuch) eingetragen. Nach jedem Sidequest sollte man auch zu dem Kaktus in dem Haus des Helden/Heldin gehen, und mit ihm sprechen. Daraufhin trägt er das Sidequest in das „Cactus Diary“ ein.

Nach einem bestanden Sidequests bekommt man meistens Artefakte. Diese Artefakte kann man benutzen, um neue Orte auf der Weltkarte zu kreieren. Ja, Ihr hört richtig. Man baut sich die Weltkarte selber zusammen. Am Anfang steht nur das Haus des Hauptcharakters auf der Weltkarte. Doch mit den Artefakten kann man neue Dungeons, und Städte erschaffen. Das Gebiet, auf dem man den Ort erschafft, hat Auswirkungen auf dessen Gegner. Je weiter z.B. ein Ort vom Haus entfernt ist, desto stärker werden die Gegner. Gebieten werden auf der Weltkarte auch Elemente zugeschrieben. Ist z.B. die Punktzahl bei Feuer voll, werden alle Feuergegner des Ortes stärker. Normalerweise würde ich Euch raten , Städte und Dörfer weiter weg vom Dorf zu bauen, um mehr Platz am Haus für Dungeons mit Monstern zu haben. Aber da der Schwierigkeitsgrad von Legend of Mana extrem niedrig ist, sollte man sie doch lieber etwas weiter weg bauen. (Auf den Schwierigkeitsgrad werde ich später noch eingehen)

Legend of Mana bietet eine extrem breite Palette an Möglichkeiten, in der Erstellung von Zaubern und Waffen. Viele Waffen findet man zwar von alleine, doch um richtig starke zu bekommen, sollte man lieber schmieden. Zum schmieden braucht man Items , die von Gegnern hinterlassen werden, aber man kann auch alte Waffen verbessern, indem man diese Waffen auswählt, und dann noch ein Item. Auch kann die Waffe ein Element bekommen. Dieses jedoch nur durch bestimmte Items. Diese bestimmten Items braucht man auch zur Herstellung von Instrumenten, durch welche man wiederum Magien benutzen kann. Um diese Items zu kriegen, muss man einen Ort aufsuchen, an dem sich die Elementgeister aufhalten. Bei jedem betreten des Ortes findet man immer wieder einen anderen Geist. Diese Geister muss man schnappen, um die Items zu bekommen. Jedoch verschwinden die Geister immer, wenn man ihnen zu nahe kommt, deshalb muss man sie anlocken, indem man Musik spielt. Man muss dann ein Instrument auswählen (am Anfang muss man das Standartinstrument von Watts nehmen), und sich für eine Musikart entscheiden. Es gibt fröhliche, traurige, mystische und ruhige Musik. Danach kann man sich noch für eine Spielart entscheiden. Wenn dies getan ist, fängt der Charakter an zu spielen. Gefällt dem Geist die Musik, kommt er näher, gefällt ihm die Musik nicht, entfernt er sich und man sollte besser einen andere Art versuchen. Ist der Geist nun ganz nah, muss man aufhören zu spielen, zu ihm rennen und ihn ansprechen, dann bekommt man 3 Items des jeweiligen Elements des Geistes. Mit diesem Item kann man dann der Waffe das jeweilige Element geben, oder ein Zauberinstrument des jeweiligen Elementes bauen.

Neben der Möglichkeit, sich Waffen und Instrumente zusammen zu bauen, gibt es noch die Möglichkeit Golems zu erstellen. Diese kämpfen dann an der Seite des Charakters. Um einen Golem zu erschaffen, braucht man zum einen das Grundgerüst, wie z.B. die HP, und zum anderen Logic Blocks. Beide Sachen macht man durch Benutzung von 2 Items. Logic Blocks bestimmen die Angriffsart des Golems. Es gibt noch andere schwierige Regeln und Erklärungen zu dem Golem System, für die man aber zulange bräuchte, um sie alle zu erwähnen. (Dazu gibt es ja die Enzyklopädie zu diesem Thema im Spiel)

Neben den Golems als Begleiter, gibt es noch die Monster. Diese werden auf einer Monsterfarm in der Nähe des Hauses gebrütet und aufgezogen. Um ein Monster an seine Seite zu kriegen, braucht man erst mal ein Ei. Diese Eier findet man manchmal an Orten, an denen auch die Geister auftauchen. Monster Eier sind aber keinesfalls normale Eier. Die haben Beine und Sinne, man muss sie erst fangen. Um sie zu fangen, muss man sie mit Essen ablenken. Dieses Essen erhält man entweder nach Kämpfen, oder wenn man einen Baum beim Haus mit Samen füttert, und daraufhin Obst pflücken kann. Wenn sie die Eier gegessen haben, schlafen sie meistens ein, und man kann sie fangen, daraufhin werden sie zur Monsterfarm gebracht. Nun muss man geduldig sein, und warten bis sie ausgeschlüpft sind. Nach dem Ausschlüpfen gibt man ihnen einen Namen, und kann sie dann entweder mitnehmen, und sie helfen dann beim kämpfen, oder sie grasen lassen, wo sie dann langsam EXP (Erfahrungspunkte) bekommen.

Es gibt im Spiel noch viele andere nette und innovative Ideen. Man kann z.B. Items mit anderen Spielständen tauschen. Man muss dabei bei Prof. Bomb ein Item hinterlassen, dann den anderen Spielstand wählen, und sich das hinterlassende Item holen. Dann gibt’s noch die Möglichkeit, den Charakter eines Spielstands gegen den Charakter eines anderen Spielstands antreten zu lassen.

Zum vorhin erwähnten „zweischneidiges Schwert“: Ihr seht ja, dass das Gameplay ziemlich komplex ist, jedoch ist das Schmieden von Waffen , das Herstellen von Instrumenten, die Monsterzucht und auch die Golem Entwicklung nicht notwendig, und stört eher. Das Spiel ist nämlich sehr einfach. Gegner sterben meistens nach 3 Schlägen, treffen Dich selber fast nie, und es gibt noch die gemeinen Skills Counter und Counter-Strike, bei denen sich der Charakter in einer Abwehrhaltung hält, und somit unverwundbar gegen physische Attacken ist und wenn er getroffen wird, schlägt er mit einer Super Attacke zurück , die so gut wie jedes Monster auf einmal tötet. Bei Bossen braucht es auch nur 3 mal Counter-Strike. Es gibt zwar den Modus „No Future“, wo alle Gegner auf Lvl. 99 sind, aber man erreicht diesen Modus erst, wenn man das Spiel einmal durchgespielt hat. Bei diesem Modus kann man endlich das gesamte Gameplay ausnutzen.

Kommen wir aber nun endlich vom Gameplay weg zu der Grafik. Diese hat meiner Meinung nach eine positive und eine negative Seite. Wie man schon auf den Screenshots sieht, besteht die Grafik aus wunderschön gezeichneten Hintergründen, auf denen sich exzellent designte 2D Charaktere bewegen. Die Special Skills und die Zauber wirken zwar etwas lächerlich und armselig , aber dies machen diese wunderschönen Hintergründe wieder wett. Die Schattenseite der Grafik von Legend of Mana ist aber, dass es kaum Abwechslung gibt. Bei den Städten ist zwar noch jeder Background einzeln gezeichnet, aber bei den Dungeons sieht jeder Background so aus, wie der andere. Man hat nur einmal einen Hintergrund für einen Dungeon gezeichnet, das ganze dann zerschnitten, und auf jeder Map neu zusammen gefügt. Vielleicht wurde das ja extra gemacht, damit man sich leichter verläuft, jedoch wirkt es für mich persönlich langweilig.

Das wohl herrausragenste bei Legend of Mana ist wahrscheinlich der zwei CD grosse Soundtrack. Dieser bietet sehr flotte Battle Themes, aber auch ruhige idyllische Musik. Das Opening und Ending Theme gehören zu meinen persönlichen Favoriten. (Die Sprache im Lied ist ist übrigens Schwedisch).

Zum Schluss noch ein Fazit. Das Spiel hat viele Licht- aber auch viele Schattenseiten. Ich finde es passt nicht ganz in die Seiken Densetsu Welt. Jeder sollte aber mal Legend of Mana gespielt haben. Auch wenn ich anderen Importen, wie z.B. Xenogears, Chrono Cross oder Final Fantasy Tactics den Vortritt lassen würde.