Eternal Sonata

Cover von Eternal Sonata

Review

Die Geschichte

Wir schreiben das Jahr 1849, der 39-jährige polnische Frédéric Chopin liegt im Sterben und befindet sich zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. An der Grenze zwischen Traum und Realität ereignet sich eine schicksalhafte Begegnung mit der schönen Polka, welche die Kunst der Magie beherrscht. Auch sie ist unheilbar krank und wird genau wie Frédéric schon bald diese Welt verlassen. Innerhalb seiner Träume begibt sich der begabte Klavierkomponisten auf eine epische Reise in der Welt der ewigen Sonate. Die nächsten beiden Gefährten findet Frédéric in Allegretto und Beat, welche auf der Straße leben müssen, da kaum noch jemand die hohen Steuern des Grafen Walzer zu bezahlen vermag. Aus diesem Grund schliessen sich die beiden ihm an um dem bösen Treiben ein Ende zu setzen. Nur ein mysteriöses Wunderpulver, scheint von den andauernden Kostenaufschlägen verschont zu bleiben, was es allerdings damit auf sich hat, werden die vier erst im späteren Verlauf erfahren. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Heldengruppe noch auf sechs weitere Mitstreiter treffen, die sich ihrem Vorhaben anschliessen. Diese Freunde sind für Frédéric unentbehrlich, denn obwohl die Landschaften von Eternal Sonata sehr idyllisch aussehen, lauern an allen Ecken und Enden Gefahren.

Screenshot 1 Screenshot 2
 

Das Spiel

In Eternal Sonata finden keine Zufallskämpfe statt, die Gegner sind klar erkenntlich und ihnen kann entweder aus dem Weg gegangen werden, oder man attackiert sie von hinten um sich im anschliessenden Kampf einen taktischen Vorteil zu sichern. An einem Kampf können drei Mitstreiter teilnehmen, welche vom Spieler selbst oder vom Computer gesteuert werden. Vorteilhaft ist es hierbei natürlich das Handling selbst zu übernehmen um seine eigenen Strategien umzusetzen.
 
Das Kampfsysten ist eine innovative Mischung, die auf Runden- und Echtzeitstrategie basiert. Das besondere hierbei ist, dass jedem der drei Charaktere eine Zeitbegrenzung auferlegt ist, in welcher er seinen Zug machen muss. Zu Anfang ist dies auch noch kein Problem, der Schwierigkeitsgrad erhöht sich allerdings zunehmend mit der Komplexität der weiteren Kämpfe und der stetigen Senkung des Zeitlimits. Zu diesem Nachteilen reihen sich allerdings weitere Vorteile ein, denn mit steigendem Level, erhöhen sich die Fähigkeiten der Charaktere und sie können gegnerischen Angriffen ausweichen oder im besten Fall sogar mit einem Konter zurückschlagen.
 
Ein weiteres Feature, welches definitiv berechnet werden muss, sind die Auswirkungen von Licht und Schatten. Je nachdem wo sich einer Charaktere auf dem Feld befindet, stehen ihm diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Desweiteren kann man auch die grundlegenden Attribute der Gegner nutzen und beispielsweise ein Schatten ins Licht der Sonne locken um sich einen Vorteil zu sichern. Dank bestimmter Attacken und Objekte lassen sich Licht und Schatten sogar direkt beeinflussen, was euch jede Menge taktische Möglichkeiten eröffnet. Eine weiterwe Möglichkeit in den Kämpfen, ist das fotografieren der Gegner, deren Bilder im Anschluss für viel Geld an Händler verkauft werden kann. Um die Finanzen braucht man sich also absolut keine Sorgen zu machen, allerdings sinkt durch diese einfache Möglichkeit der Geldbeschaffung der Schwierigkeitsgrad.
 
Das Spiel folgt einem linearen Vorteil und dem Spieler werden kaum Freiheiten gewährt. Des Weiteren ist die Geschichte bereits nach 20 bis 25 Stunden abgeschlossen, was in Hinsicht der heutigen RPGs eine wirklich kurze Dauer ist. Darüber können auch die vielen Hintergrundinformationen zu Chopins Leben, welche ihr im Laufe des Spiels erhaltet, nicht hinwegtäuschen. Neben diesen können auch Notenblätter gefunden werden. Allerdings erhaltet ihr von diesen immer nur den ersten Part, der zweite befindet sich immer in Händen eines NPCs, welcher jedoch ziellos und ohne Vorgabe gesucht werden muss. Sollte man dann beide Notenstücke zusammen haben, kann man zu einem Lied anstimmen.
Die Grafik von Eternal Sonata besitzt einen besonderen, aber ganz eigenen und angenehmen Charme. Das Comicdesign spricht besonders Anhänger von Anime- und Mangafilmen an. Erfreulich ist insbesondere, mit wie viel Liebe zum Detail die Entwickler die farbenfrohen Landschaften und Charaktere designt haben. Allein das macht den Kauf dieses RPGs zu einer lohnenswerten Investition.
 
Noch wichtiger als die sympatische Grafik ist allerdings der Sound vom japanischen Komponisten Motoi Sakuraba. Die Musik passt sich jeder Ortschaft und jedem Ereignis an. Zusätzlich zu den orchestralen Klängen, kann man Hintergrundinformationen Frédéric Chopin sammlen, von dem auch einige gespielte Lieder stammen.
 
Damit ist der lehrreiche und zugleich äußerst aussergewöhnliche Geschichtsunterricht allerdings noch nicht zu Ende. Denn wer will hat hier zusätzlich noch die Möglichkeit ein wenig japanisch zu lernen. Denn neben der englischen steht euch bei Eternal Sonata auch die japanische Sprachausgabe zur Auswahl, was vor allem für Fans fernöstlicher Rollenspiele sehr interessant sein dürfte. Für eine vollständige deutsche Übersetzung hat es aber leider nicht gereicht und einzig die Texte wurden lokalisiert. Aber angesichts der professionellen Arbeit der englischen Synchronsprecher, ist dieser Nachteil nur halb so schlimm. Letztendlich überwiegen die Vorteile bei Weitem.
Screenshot 3 Screenshot 2
 

Trailer