Breath of Fire II

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Review

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 Das Spiel

m Jahre 1995 kam in Japan der zweite Teil einer heutzutage sehr bekannten Spielereihe heraus: Die Rede ist von Breath of Fire II, welches hierzulande 1996 zwar in einer Pal-Version erschienen ist, jedoch konnte diese leider nur englische Bildschirmtexte vorweisen und stellte daher jüngere RPG-Fans vor eine nicht all zu leichte Aufgabe. Bereits im April 1993 wagte sich Capcom mit Hilfe von Squaresoft auf ungewohntes Terrain: Capcom wich von seinen genreüblichen Beat'em Up Spielen ab und veröffentlichte Breath of Fire (I). 5-6 Jahre später...

...die Ära des Gameboy Advance ist angebrochen und Ubisoft machte Remakes der beiden ersten Teile, der bis dato 5-teiligen Serie auf Nintendos Handheld, zu jedermanns Leidwesen ohne zusätzliche Bonusdungeons oder ähnlichem, dafür aber mit neuem Menüanstrich und zusätzlichen Features. Zum Beispiel kann man nun per Linkkabel mit seinen Freunden Items tauschen. Wem die Heldentruppe auf der Super Nintendo Version zu langsam lief, kann man nun den Zusatzbefehl „DASH” aktivieren, um der Heldentruppe mal Feuer unterm Allerwertesten zu machen.

Und so begann die Legende der Drachen...

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Die Story

Die Story von Breath of Fire II ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Man kann weder mit mehreren Helden spielen, noch sind andere Spielereien enthalten. Der junge Held Ryu (jap. für Drache(n)) wird von „Father Ganer” gebeten, nach „Yua” zu suchen, da sie von zu Hause weggelaufen ist. Ryu erfährt, dass sie in den Bergen hinter dem Dorf sein soll. Kurzerhand entschließt er sich, ihr nachzugehen. Als Ryu Yua gefunden hat, wird er plötzlich von einem „Beak” angegriffen. Als der Kampf schließlich beendet ist und Ryu gewonnen hat, beginnt ein Gespräch zwischen Yua, Ganer und Ryu, in dem es um Yuas Mutter geht. Als beide schließlich das Event verlassen haben, fällt der junge Ryu in einen tiefen Schlummer. Als er Stunden später wieder aufwacht und zurück ins Dorf geht, kann sich plötzlich keiner mehr an ihn erinnern. Mutterseelenallein findet der junge Held in der ortsansässigen Kirche Obdach, und lernt dort seinen besten Freund „Bow” kennen. Als sich eines Nachts Bow und Ryu aus der Kirche schleichen, um die Welt zu sehen, fängt es an zu regnen. Um nicht nass zu werden, flüchten sie in eine Höhle. Beim näheren Erkunden der Höhle treffen sie auf ein riesiges Monster, das von einem auserwählten Kind spricht, allerdings haben beide keine Chance gegen das Monster und verlieren den Kampf.

Zehn Jahre später...

...Ryu und Bow sind mittlerweile zu Teenagern geworden, und halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Der folgende Job der beiden lässt ihr Abenteuer in der Welt von Breath of Fire II beginnen... sie treffen während ihrer Reise auf viele neue Leute, die sich der Gruppe aus jeweils verschiedenen Beweggründen anschließen. Beispielsweise tritt „Jean”, ein Froschkönig, der Party bei, weil er eine Schuld bei Nina zu begleichen hat und um einen Verrat aufzudecken, der seine königliche Familie betrifft.

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Gameplay

Das Gameplay in Breath of Fire II ist ebenfalls nichts Besonderes mehr, jedoch sind so viele Miniquests, Geheimnisse und Storywandlungen enthalten, die das Spiel zu einem der schönsten Schöpfungen der SNES-Ära gemacht haben. Besonders atmosphärisch wirken auch die am Himmel vorbeiziehenden Wolken auf der Woldmap. Man sollte auch ein Auge auf den Tag/Nacht Zyklus werfen. Dieser hat, genau wie bei Seiken Densetsu 3, Einfluss auf Gegnererscheinungen auf der Worldmap, beispielsweise kommen gegen Anfang des Spieles tagsüber überwiegend Insekten und sonstige Gegner, nachts hingegen überwiegend die Untoten und Pflanzengegner. Ebenfalls wie bei Seiken Densetsu 3 hat der Tag/Nach Zyklus auch Einfluss auf die Städte und Dörfer und deren Bewohner: Beispielsweise sind am Tag mehr Menschen auf Straßen und außerhalb der Häuser anzutreffen. Nachts sind jedoch recht wenig Leute draußen anzutreffen, dafür sind aber die meisten Pubs rappelvoll. Breath of Fire II besitzt neben den oben genannten Features noch zwei weitere Highlights.

Zum einen hat man im Spiel die Möglichkeit, eine eigene Stadt aufzubauen mit Bewohnern, die je nach Wunsch des Spielers Itemshops, Waffenshops oder Banken auf denen man Items und Geld einzahlen kann, eröffnen. Wie eure Stadt am Ende aussieht, ist vollkommen euch überlassen, ihr habt nämlich zusätzlich noch die Wahl zwischen drei Architekten, die natürlich auch jeweils eine andere Bauart der Häuser vorweisen. Durch dieses sehr gelungene Feature ist es möglich, seine eigene Stadt individuell für jeden Typ von Spieler zu gestalten.

Zum anderen gibt es in der eigenen Stadt eine sogenannte Granny, die, sofern vorhanden, Schamanen (an der Zahl sechs) mit den Helden aus Breath of Fire II kombinieren kann. Das heißt im Klartext, man muss nebenbei noch sechs Schamanen ausfindig machen, die kreuz und quer über das ganze Spiel verteilt sind. Sind erstmal die ersten gefunden, kann man anfangen zu kombinieren. Das heißt wiederum im Klartext, dass die Helden durch Schamanenkombinationen bessere Statuswerte erhalten und im besten Fall auch ein komplett neues Aussehen, inklusive neuem Spezialskill. Das sonstige Zaubersystem läuft wie bei vielen älteren RPGs folgendermaßsen ab: Jeder Held des Spieles lernt ab einem bestimmten Level einen neuen Zauber - wie gesagt: Nichts Besonderes. Man sollte sich aber viel Zeit für Breath of Fire II nehmen, obwohl man manchmal aufhören will, weil sich die Reise anfangs sehr zieht, solange man noch keine Fortbewegungsmittel hat.

Das Kampfsystem ist sehr übersichtlich, wie bei Final Fantasy VI hat man rechts die Heldentruppe und links wieder die zu bekämpfenden Gegner. Das Kampfmenü befindet sich wieder am unteren Bildschirmrand. Was das Kampfsystem von Breath of Fire II erst besonders macht, ist die isometrische Draufsicht auf das Geschehen. So sieht man beispielsweise die Heldentruppe nicht, wie bei Final Fantasy VI, nur von der Seite, sondern leicht versetzt. Im Kampf sollte man außerdem die flüssigen Animationen der Helden und Gegner beachten, da solche Animationen damals nicht so weit verbreitet waren.

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Grafik & Musik

Die Grafik in Breath of Fire II ist für 1995 recht gut. Die Figuren sind zwar auf der Worldmap und in den Städten nicht sonderlich detailliert, aber die Gestaltung der Städte und Dörfer ist sehr gut, schön atmosphärisch und gemütlch, wie das in einem guten RPG auch sein sollte. Die Worldmap ist recht groß und abwechslungsreich: Es gibt Steppen, Wüsten und Ebenen. Die Grafik innerhalb des Kampfes ist da schon besser, die Helden und die Gegner sind richtig schön detailliert und animiert gemacht worden. Die Battle Backgrounds sind schön gestaltet und ebenfalls sehr abwechslungsreich. Im Großen und Ganzen kommt die Grafik nicht an ein Final Fantasy VI heran, aber es ist meiner Meinung nach dennoch eines der besten RPGs der SNES-Ära.

Zum Soundtrack kann man nur sagen, dass er nicht einer der besten ist. Es gibt viele sehr gute Stücke, die sehr atmosphärisch klingen und absolut nicht nerven. Ganz im Gegenteil dazu gibt es aber eben auch Stücke, die man nur einmal hören sollte, da sie durch den schrillen Sound nerven. Das drückt den Spielspaß manchmal, zum Beispiel wenn man irgendwo festhängt.

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Trailer