.hack//Outbreak

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Review

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Das Spiel

Die Saga geht weiter: .hack//Outbreak ist der dritte und vorletzte Teil der vierteiligen .hack-Saga von Bandai. Jeder Teil des simulierten MMORPGS besitzt dasselbe Gameplay und dieselbe Grafik. Lediglich die Story wird weitererzählt und es stehen euch neue Gebiete, Items und Monster zur Verfügung.

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Die Story

Die Story der beiden Vorgänger Infection und Mutation wird konsequent weitergeführt. Das Virus, welches der „Verdammten Welle” eines Romans gleicht, ist nun endgültig ausgebrochen und hat nicht nur Auswirkungen auf das Spiel, sondern auch auf die reale Welt. Nun scheint auch noch Kite an sich selbst zu zweifeln und daran, ob er und seine Freunde das Richtige tun. Doch selbst seine bisherigen Feinde scheinen sich nun seiner Sache anschließen zu wollen, womit das Abenteuer im Online-Spiel „The World” weitergeht. Die gesamte Story des Spiels ist nichts Hochdramatisches und Wendepunkte gibt es auch kaum. Doch kann die Handlung andererseits auch sehr spannend sein und das Konzept, alles in einer Online-Welt spielen zu lassen, ist durchaus interessant.

Die Charaktere im Spiel sind zahlreich, jedoch größtenteils story-arm. Nur die Hauptcharaktere sind wirklich in die Handlung eingebunden und weisen eine gewisse Tiefe auf, die jedoch für RPG-Verhältnisse nur mittelmäßig wirkt. Da .hack in einem Online-Spiel stattfindet, kennen sich die meisten Charaktere nicht persönlich und haben auch ein eigenes Leben in der Realität, wodurch sie nicht ewig zusammen auf Reisen sind. So bietet .hack die Möglichkeit, auf dem Desktop, wo man sich Bilder, Cutscenes und Musik anschauen bzw. hören kann, per E-Mail etwas über das wirkliche Leben des Charakters zu erfahren.

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Gameplay

Wieder einmal ist es dem Spieler möglich, seine Daten aus dem vorangegangenen Spiel mitsamt Level, Items, Boni etc. auf Outbreak hochzuladen und damit weiterzuspielen. Dabei sollte man darauf achten, dass man nicht die Daten aus Infection, sondern nur die Daten aus Mutation hochladen kann. Im Allgemeinen ist das Gameplay von .hack nicht sonderlich schwierig. Sobald man das Spiel startet, landet man auf seinem Desktop. Dort kann man unter einzelnen Menü-Punkten seine E-Mails ansehen, News empfangen, Hintergrundbild und -musik ändern, speichern und „The World” starten. Durch letzteren Menüpunkt erreicht man den Startbildschirm von „The World”, in dem man sich das Boardforum angucken - und sich natürlich in das Spiel einloggen kann, wo dann schließlich das eigentliche Spiel anfängt. Man landet nach dem Einloggen in einer so genannten Root-Town, die je nach Server anders aussieht und andere Gegenstände zum Verkauf anbietet. Nur durch das Chaos-Gate, welches in jeder Root-Town steht, kommt man zur „Außenwelt” des Spiels. Durch Eingeben von drei Schlüssel-Wörtern entsteht schließlich ein Feld, in das man sich nun teleportieren kann.

Durch Annähern an magische Portale, die überall in den Feldern und Dungeons verstreut sind, erscheint nun entweder eine Schatzkiste oder ein Monster. Die Kämpfe in .hack sind sehr einfach zu schlagen. Bei passender Reichweite kann man durch Drücken des X-Knopfes den Gegner mit der Waffe angreifen. Natürlich können die Charaktere auch Skills und Zauber benutzen. Die kann man durch Öffnen des Menüs anwählen und auf einen Gegner zaubern, der im Sichtfeld ist. Da die Kämpfe in Echtzeit ablaufen, kann man die anderen Party-Mitglieder nicht selbst steuern. Man kann ihnen jedoch durch ein spezielles Menü Anweisungen geben. Dies ist vor allem für die Magier wirklich wichtig, da sie ohne Befehle nicht angreifen. Gelevelt wird ganz normal durch Besiegen von Gegnern und Sammeln von Erfahrungspunkten. Das Praktische bei .hack ist, dass man, egal ob mit nur einem oder drei Charakteren, immer dieselben Erfahrungspunkte bekommt.

Anders als bei anderen RPGs lernt man die Skills nicht. Man kann sie nur durch die entsprechende Ausrüstung verwenden. Wenn man also eine neue Waffe ausrüstet, kann man nicht mehr die Skills der alten benutzen, aber kann dafür über die Skills und Zauber der neuen Waffe verfügen. Dies ist jedoch kein wirkliches Problem, weil die besseren Ausrüstungen in der Regel auch bessere Fähigkeiten besitzen. Je nach Klasse kann man andere Rüstungen tragen. Zum Beispiel kann ein Wavemaster (Magier) nur die leichtesten Sachen tragen, während ein Heavy Axeman (Axtkämpfer) alle Rüstungen tragen kann. Jedoch benutzt jede Klasse nur eine bestimmte Art von Waffen. Leider darf man die Klasse von Kite nicht selber aussuchen und muss einen Twin-Blade spielen, für den man nicht so leicht Ausrüstung bekommt. Die NPCs in .hack sind in diesem Fall Spieler von „The World”, mit denen man reden und sogar handeln kann. Durch das Handeln mit Items kommt man sehr leicht an gute Ausrüstung, wohingegen die Shops nur mittelmäßige Ware verkaufen.

Minispiele sind in .hack nur rar. Man kann zum Beispiel ein Grunty (ein schweineähnliches Reittier) züchten, um mit ihm durch die Felder zu reiten, oder Rennen zu bestreiten. Außerdem kann man noch mit Goblins Tag spielen, wobei es sich aber auch nur um einen sehr schnellen Gegner handelt, den man versuchen muss zu töten.

Das besondere Feature in .hack sind die beiden Skills Daten-Entzug und Tore-Hacken. Durch den Daten-Entzug kann man, wenn der Gegner geschwächt ist und das „OK” für den Daten-Entzug erscheint, die Daten der Gegner überschreiben, und sie somit schwächen. Dadurch werden die Kämpfe zwar einfacher, aber man erhält dann nur wenig Erfahrungspunkte und schwache Items. Die mit dem Virus infizierten Monster haben meist unendlich HP, wodurch man sie nicht besiegen kann. Doch wenn man Daten-Entzug benutzt, wird der Daten-Bug entfernt, und das Monster wird zu einem normalen Gegner.

Nach einer bestimmten Anzahl an erfolgreichen Daten-Entzügen kann man eines der acht Ryu Bücher bekommen, wodurch man, durch Erfüllen bestimmter Bedingungen, Bonus-Gegenstände erhält, wie zum Beispiel Desktopbilder, Hintergrundmusik, Filme und Erweiterungen des Daten-Entzugs. Doch beim mehrmaligen Benutzen von Daten-Entzug steigt die Virusausbreitung des Charakters, wodurch er beim Daten-Entzug von unnatürlichen Zuständen befallen wird. Dies kann bis zum Level Verlust und sogar bis zum Game Over führen. Doch indem man mit Kite normale Gegner ohne Daten-Entzug besiegt, sinkt die Virus Ausbreitung auch wieder.

Mit der zweiten Fähigkeit, dem Tore-Hacken, kann man durch Benutzen bestimmter Viruskerne geschützte Gebiete betreten. Viruskerne erhält man durch Daten-Entzug bei bestimmten Monstern, doch ist es nicht immer sicher, dass man auch einen Viruskern kriegt, deshalb kann die Suche nach ihnen sehr anstrengend und nervtötend sein.

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Grafik & Musik

Grafisch setzt .hack keine Maßstäbe, sondern entspricht dem Mittelmaß der möglichen Grafik auf der Playstation 2. Unwichtige Szenen und Dialoge werden überwiegend in Spiel-Grafik erzählt. Die Charakter-Modelle in einigen Szenen sind dann schließlich etwas verbessert und weisen auch mehr Mimik und Gestik auf. Die Umgebungen passen zum Gesamtbild, doch wirken die Dungeons sehr monoton und nach einiger Zeit einfach nur leblos. Die Städte sind da doch etwas spannender anzugucken. Das Charakter-Design ist wirklich sehr gut gelungen. Jeder Einzelne hat seine Individualität und passt zur Atmosphäre des Spiels. Auch die NPCs fallen im Vergleich zu denen in anderen Spielen recht ordentlich aus und wirken nicht zu prunkvoll, aber auch nicht ganz so schlicht.

Die Musik ist zum Teil recht vielfältig und bietet zu jedem Feldtypen eine passende Hintergrundbegleitung. Aber eben nur eine Hintergrundbegleitung. Für Cutscenes werden nur ein paar Stücke wie das Aura-Theme benutzt, die sich wie beim OVA-Partner Liminality wiederholen. Zwar bietet der Soundtrack noch die Techno-Elektro-Boss-Themes an, aber ein wirklicher Stand-Alone Soundtrack ist es bei weitem nicht.

In Deutschland erschien das Spiel mit englischer Synchronisation und deutschem Bildschirm-Text. Nach dem ersten Durchspielen kann man die Synchronisation auch auf Japanisch umstellen. Wirkliche Qualitäts-Unterschiede gibt es dabei nicht. Jede Version hat in einigen Charakteren ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen. Wobei jedoch die englische etwas zu aufgesetzt aufgedreht wirkt, was bei allgemeinen japanischen Synchronisationen zum Standard gehört.

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Der Anime

Auch in der zum Spiel gehörenden OVA Serie .hack//Liminality geht es weiter. Während Kite und seine Freunde im Spiel selbst eine Lösung für die komatösen Opfer von The „World” finden, versuchen einige Spieler in der realen Welt den Grund für all diese Ereignisse zu suchen. Eine von diesen Spielern ist Kyoko, die Heldin der dritten Folge. Zusammen mit Mr. Tokuoka entdeckt sie den Zusammenhang, der zwischen dem Roman „Epitaph des Zwielichts” und „The World” steckt. Während ihrer Sightseeing-Tour durch Hida treffen sie schließlich auf einen Handlanger Helbas, wodurch sich die Serie nun mit dem Spiel verbindet.

Zeichnerisch bleibt auch diese Folge, wie die der Vorgänger, auf einem guten Niveau. Die Welt, wie sie in naher Zukunft aussehen soll, wirkt wie die Charaktere realistisch und beide Elemente fügen sich gut miteinander zusammen. Die Musik ist dieselbe wie bei Folge 1 und 2. Nur das Opening-Theme ist anders, wie auch bei den restlichen Episoden. Storytechnisch bleibt der Teil in sich nicht wirklich abgeschlossen und ist ohne die beiden vorherigen Folgen nicht zu verstehen.

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Trailer

Fazit

.hack hätte ein sehr gutes RPG sein können, da es eine innovative Story und ein nettes Design besitzt. Wären da nicht die sich immer wiederholenden und langweiligen Dungeons und das lästige Sammeln der Viruskerne. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Kosten für das Offline-MMORPG. Man muss nämlich jeden Teil der vierteiligen Saga für ca. 40-50€ einzeln kaufen.

Zudem bietet .hack nicht unbedingt viele Möglichkeiten für Entdecker. Es werden nur vier Bonus-Dungeons angeboten, und dadurch, dass das Spiel keine zusammenhängende Welt hat, entdeckt man nicht viel Neues. Ich möchte .hack bei weitem nicht schlecht reden, da mir das Spiel selber sehr gefallen hat. Doch bin ich auch ein sehr geduldiger Mensch und kann mit den langen Dungeons leben. Ganz persönlich fand ich die Story gut und im Zusammenhang mit den anderen .hack Medien doch sehr interessant. Für diejenigen, die sich durch die Kosten und das sich teils wiederholende Gameplay nicht stören lassen, ist .hack sicher ein lohnender Kauf.